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Dioxin:

Presse-Mitteilung der Bürgerinitiative

Die Zusammenarbeit mit der örtlichen Presse funktioniert gut. Eine Mitteilung der Bürger-Initiative zu dem erneuten Störfall Anfang Oktober wurde ganz oder teilweise in verschiedenen Zeitungen abgedruckt:

„Der neue Störfall bei der B.U.S. lässt alle Beteuerungen seitens der Firmenleitung unglaubwürdig erscheinen, man wolle die Anlage auf den neuesten Stand der Sicherheitstechnik bringen. Der Störfall ereignete sich in der Pelletieranlage, die im Sommer neu errichtet, in Betrieb genommen wurde und als Beitrag zum Umweltschutz gepriesen wurde.

Es ist uns unverständlich, dass das, was bei jedem Heizöltank in einem Wohnhaus üblich ist – die automatische Abschaltung der Pumpe, wenn beim Einfüllen des Öls ein Überdruck entsteht – in dieser neu errichteten Anlage offenbar nicht vorgesehen war. Nach uns vorliegenden Informationen hat der LKW, der den Stahlwerksstaub anlieferte, das Material mit Hochdruck in die Silos der Pelletieranlage geblasen. Die Anlage war mit dem LKW nicht gekoppelt. Selbst wenn dort ein entstehender Überdruck gemessen wurde, konnte dies nicht zu einer automatischen Abschaltung des Gebläses in dem LKW führen, weil es eine solche Verbindung offenbar nicht gab.

Hätte nicht zufällig ein Arbeiter den herab rieselnden Staub bemerkt, wäre noch weit mehr davon in die Umwelt entwichen.

Wir stellen fest, dass selbst die neue Anlage nicht auf dem neuesten Stand der Sicherheits-Technik ist. Gleichzeitig nehmen wir den Geschäftsbericht zur Kenntnis, den die B.U.S. AG im September vorgelegt hat. Dieser weist für die ersten neun Monaten des laufenden Jahres zweistellige Zuwachsraten bei Umsatz und Ertrag aus. Die Geschäftswelt bedauert, dass Kosten für die Verbesserung der Umweltstandards in den Werken ein noch besseres Ergebnis – sprich: noch höhere Gewinne – verhinderten (So ein Bericht der FAZ im Sept. 99).

Offenbar spart die B.U.S. trotz Auflagen durch das staatliche Umweltamt weiter an Sicherheitsvorkehrungen, wo sie kann. Dass Firmenchef Okon sagt: „Es ist alles, alles ganz super gelaufen", zeigt das Menschen verachtende Denken, das hinter der gesamten Firmenpolitik steht. Super gelaufen für die Firma, die mit technisch veralteten Anlagen weiter machen kann wie bisher und sich nach einem neuen Störfall mit billigen Erklärungen aus der Verantwortung zieht. Dumm gelaufen für die Menschen in den betroffenen Stadtteilen, die zu den drei am höchsten belasteten Gebieten in ganz Nordrhein-Westfalen zählen. Tag für Tag ist das zu spüren, wenn wieder einer aus der näheren Umgebung an Krebs oder einer rätselhaften Immunschwäche erkrankt.

Deshalb fordert die Bürgerinitiative die Schließung der gesamten Anlage bis endlich alle vom TÜV geforderten Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt und den in der Initiative tätigen Ingenieuren dargelegt worden sind."

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Letzte Aktualisierung: 18.12.03

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