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Eberhard Bethge 90jährig gestorben

Maulkorb passt! - Neues zu debis

Bitte melde dich! (zum  kirchl. Meldewesen)

Einfacher und glücklicher- Die Geschäfte des Tiki Küstenmacher

Evangelische Jugend für Abschaffung des Wehrdienstes

Greenpeace fordert Kirchen zur Stellungnahme auf

Kock: Kirche nicht grundsätzlich gegen Gen-Technik

Kirchen nutzen das Internet

„Jesus Christ Superstar" begeistert gefeiert – und abgesetzt

Neue Kirchenstags-Generalsekretärin

Deutsche reformierte Pfarrer müssen Tagebuch führen

„Reklamepfarrer" seilen sich vom Kirchturm ab

Ex-Minister Ernesto Cardenal wird 75 Jahre alt

Offiziere wegen Bischofsmord festgenommen

1,7 Millionen Unterschriften gegen die Todesstrafe

Mehr Todkranke nutzen US-Gesetz zur Sterbehilfe

„Container-Kirche" für Auslandseinsätze

Christen werden öfter geschieden

 

Im Widerstand:
Eberhard Bethge
90jährig gestorben

Der evangelische Theologe und Bonhoeffer-Biograf Eberhard Bethge ist am 18. März in Wachtberg bei Bonn gestorben. Als Theologiestudent schloss er sich der Bekennenden Kirche (BK) an, die sich gegen das Eindringen nationalsozialistischen Gedankengutes in die christliche Verkündigung zur Wehr setzte. Infolgedessen kam er 1935 in das illegale Predigerseminar der Bekennenden Kirche in Zingst und Finkenwalde, hier begegnete er Dietrich Bonhoeffer, dem die Leitung dieses Seminars von der BK übertragen worden war.

Von 1937 bis 1940 war Bethge Studieninspektor in Bonhoeffers Seminar, 1943 heiratete er Renate Schleicher, eine Nichte Bonhoeffers. Damit wurde er eng in eine Familie einbezogen, von der viele Mitglieder aktiv im Widerstand gegen Hitler tätig waren.

Als einige Zeit nach Kriegsende das Schicksal Dietrich Bonhoeffers bekannt wurde, das ihn von Berlin über Buchenwald an den Galgen nach Flossenbürg gebracht hatte, begann Eberhard Bethge dessen Nachlass zu sammeln und zu ordnen. Bethge hatte 1951 international Aufsehen erregt, als er die aus dem Gefängnis Tegel herausgeschmuggelten, an ihn gerichteten Briefe von Dietrich Bonhoeffer unter dem Titel „Widerstand und Ergebung" herausgab. Sechzehn Jahre später konnte er dann die umfassende Biografie über den 1945 im KZ Flossenbürg von den Nazis ermordeten Pfarrer und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer veröffentlichen; sie gilt immer noch als eines der wichtigsten Standardwerke über den deutschen Widerstand gegen Hitler.

Nach dem Krieg arbeitete Bethge zunächst als Studentenseelsorger in Berlin; er wurde Assistent des Berliner Bischofs Dibelius, arbeitete als Auslandspfarrer in London (wie Bonhoeffer) und schließlich als Leiter des Pastoralkollegs der rheinischen Landeskirche in Rengsdorf. Von 1967 bis 1976 gehörte Bethge der rheinischen Kirchenleitung an.

Maulkorb passt!

Pünktlich zum Jahreswechsel veräusserten die Evangelische Kirche im Rheinland und die anderen Mitgesellschafter „ihr" Rechenzentrum für Kirche und Diakonie (RKD) für einen mehrstelligen Millionenbetrag an die debis AG – eine 100%ige DaimlerChrysler-Tochtergesellschaft. Seither suchten die Mercedes-Manager nach einem Käufer für ihren Rechendienstleister; im Gespräch waren die einkaufstourende Telekom AG und der Walldorfer Weltmarktführer für Unternehmenssoftware SAP und die „Sparkasse mit Elektroabteilung" SIEMENS. Das Rennen machte anscheinend die Telekom für mehr als 8 Mrd. Euro in bar. Weil solche Übernahmen normalerweise mit Personalabbau „wg. shareholder-value" verbunden sind, wollte Transparent etwas mehr von den Beschäftigten des RKD-SFH (Rheinisches Rechenzentrum für Diakonie - solutions for healthcare) erfahren.

Am vereinbarten Termin wollte/konnte allerdings kein Vertreter der Mitarbeitervertretung etwas von dem Pressetermin mehr wissen. Alle taten, als hörten sie zum erstenmal davon. Das neue Jahr hatte anscheinend alle alten Gedanken von den biologischen Festplatten gelöscht. Hier gab es das Y2K-Problem! Ausserdem waren alle peinlichst darauf bedacht, den Transparent-Mitarbeitern die neue Geschäftsphilosophie zu erläutern. Jedes Pressegespräch und jedes Interview - auch mit der Mitarbeitervertretung - muss über die Pressestelle der debis angemeldet und abgewickelt werden; keine veröffentlichten Interviews ohne imprimatur des Geschäftsführers. Ein neues Unternehmen sei entstanden, da müsse man/frau sich schon mal anpassen, so der resignierte Kommentar eines ungenannt bleiben wollenden Mitarbeiters. Auch habe die debis ja alle ‘anstandslos’ übernommen. Bei der Nachfrage nach der Arbeitsplatzgarantie beim neuen Arbeitsgeber herrschte wieder das Schweigen im Walde: Arbeitsplatzgarantie? Wie geht das?

Interessant ist auch die Geschäftskonstruktion: Da die debis nur an die Stelle der „alten" Gesellschafter getreten ist, ist sie nun auch Mitglied im Diakonischen Werk der EKiR. Was wird das für die Zukunft der Diakonie bedeuten?

Transparent wird nach den ersten Entlassungen beim RKD-SFH das Thema noch mal aufgreifen. Das haben wir den „Mitarbeitervertretern" trotz Maulkorb und Vergesslichkeit versprochen.

Bitte melde dich!

So könnte es demnächst in Tageszeitungen, Wochenblättern, Rundfunksendungen etc. lauten, wenn Gemeinden ihre Mitglieder suchen. In den elektronischen Systemen sind sie nicht mehr auffindbar. Denn entgegen jedwedem erfahrenen Rat hat man bei Kirchens mal wieder eine „rheinische" Lösung gefunden. Man hat ein nicht funktionierendes System (Easy-GKart) durch ein nicht funktionierendes System (DaviP-W) ersetzt und wundert sich nun, dass durch das mehrmalige Hin- und Her und Umkopieren der Datensätze ein einziges Chaos herrscht. Und alle Beteiligten schieben die Schuld auf andere und die Verantwortung weit von sich. Etwa ein Jahr – so vorsichtige Schätzungen – werden die Gemeindeämter weiterhin ohne brauchbare Daten sein. Die bisherigen Erfahrungen: Verstorbene leben noch oder wurden nach Jahren wieder in den Datenbestand aufgenommen, Neuzugezogene sind schlicht unbekannt, Geburten finden erst im nächsten Jahr statt, wenn die Kleinen schon älter sind, Taufen können nicht eingetragen werden, die Vornamen wurden verwechselt und Wahlbenachrichtigungen zur Presbyteriumswahl kommen massenhaft als unzustellbar zurück…

Den Ärger bekommen die Angestellten in den Gemeindeämtern ab, die Chaos-Macher sitzen sicher auf ihren Sesseln und wissen – wie immer – von nichts. Das DaviP-W-System wurde angeschafft, obwohl man zu dem Zeitpunkt schon wusste, dass man vom RKD weg und zum KID (Kirchliche Gesellschaft zur Informationsverarbeitung) nach Hannover wechseln würde. Das KID arbeitet seit Jahren mit einem bewährten Programm, dass man aber nicht übernehmen wollte. Gründe: Vielleicht hat diese Firma nicht genug springen lassen für die Beschaffung durch die Verantwortlichen in den Kirchenkreisen? Eine Forderung an die Verantwortlichen: Melde Dich!

Einfacher und glücklicher

Mit Knubbelnasen zum Millionär

Da hat er nun so ziemlich alle kirchlichen Publikationen mit seinen Bildergeschichten jahrelang beglückt: Werner Küstenmacher. Als Tiki hat er abgesahnt – beim Bayerischen Rundfunk und SAT1. Nun scheinen den späten dreifachen Vater Geld- und Zeitsorgen zu plagen. Und flugs hat er aus der Not eine Tugend gemacht: nicht mehr die Kröten bei Kirchens verdienen, sondern anderen Geld- und Zeit(geist)geplagten bei der notwendigen Lektüre (vor)lesend unter die Arme greifen und dafür in harter Währung abrechnen. Nur selten hat jemand offensichtlicher aus Scheisse Bratkartoffeln machen wollen!

Tiki samt Frau Marion, die in sich Therapie und Psychologie auskennt, haben einen „Spezial-Beratungsdienst" fürs einfache und glückliche Leben in Bonn eingerichtet – Jahresbezugspreis 179,40 DM. Nur wer noch gute Augen hat, kann erkennen, dass beide bei einem Verlag untergekommen sind: VRN Verlag für die deutsche Wirtschaft AG, Amtsgericht Bonn HRB 8165, Vorstand: Helmut Graf. Von wegen: einfacher und glücklicher leben - T(r)ikis Motto lautet: Lieber reich und gesund als arm und krank!

Solchen Beratern hätte der Herr Jesus eins mit der Registrierkasse übergebraten.

Evangelische Jugend für Abschaffung des Wehrdienstes

RPD/emkni Die Dachorganisation aller evangelischen Jugendverbände in Deutschland, die „Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend" (aej) hat im Dezember 1999 auf ihrer Mitgliederversammlung in Leinfelden/Echterdingen die Abschaffung
der Wehrpflicht beschlossen. Gleichzeitig forderte sie den massiven Ausbau und die Förderung ziviler Konfliktlösungsmechanismen.

Mit diesem Beschluss kam die seit Jahren andauernde Diskussion um die Wehrpflicht innerhalb der aej zu einem vorläufigen Ende. Die Delegierten gaben dem neuen aej-Vorstand den Auftrag, einen friedensethischen Diskussionsprozess innerhalb der aej beziehungsweise ihrer Mitgliederverbände einzuleiten.

Im Jahr 2000 soll dann ein Leitantrag „Friedensethik" vorgelegt werden. Längerfristige internationale Freiwilligendienste sollen ebenfalls weiterentwickelt und gefördert werden.

Eine Arbeitsgruppe der „Vereinigung Evangelischer Freikirchen in Deutschland" (VEF), der auch methodistische und baptistische Vertreter angehören, hatte schon 1997 einen Appell „Deutschland ohne Wehrpflicht" beschlossen. In diesem wurden Gemeinden und Politik aufgefordert, „… sich für die Abschaffung der Wehrpflicht einzusetzen und die damit erhaltenen menschlichen und finanziellen Ressourcen sinnvoll für den Frieden in der Welt und das Wohl unseres Gemeinwesens zu nutzen".

Wer sich näher informieren und den von der aej empfohlenen Beitrag „Frieden schaffen – Wehrpflicht abschaffen" bestellen möchte, kann dies tun bei der aej-Geschäftsstelle: info@evangelische-jugend.de.

Greenpeace fordert Kirchen zur Stellungnahme auf

(rpd) Greenpeace Deutschland hat die Repräsentanten von Kirchen und anderen Glaubensgemeinschaften aufgefordert, sich gegen Patente auf Leben auszusprechen. Sie müssten Position beziehen in dem Konflikt darüber, wem die Gene von Menschen, Tieren und Pflanzen gehören – ob sie ein allgemeines Gut bleiben oder zunehmend privatisiert werden sollen.

Greenpeace hat römisch-katholische, evangelische, jüdische, islamische, buddhistische und andere Würdenträger angeschrieben. Die Aufforderung zur Stellungnahme folgt einem aktuellen Anlass: Die Große Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes (EPA) in München hat den Weg frei gemacht für die Patentierung genmanipulierter Pflanzensorten und Tierarten.

Greenpeace hält die Entscheidung für unverantwortlich, da sie zu einem Ausverkauf von Pflanzen und Tieren an die Gentechnik-Industrie führe. „Immer mehr Menschen lehnen den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft und genmanipulierte Nahrungsmittel ab. Doch hinter den Kulissen findet schon der Wettlauf statt um die lukrativsten genetischen Entdeckungen in der Natur", sagt Stefan Flothmann, Gentechnik-Experte von Greenpeace.

„Die Repräsentanten aller Glaubensgemeinschaften müssen sich dafür einsetzen, dass den Gen-Konzernen wie Monsanto und Novartis eine Grenze gesetzt wird. Sie müssen den Menschen Orientierung bieten und sagen, was aus ihrer Sicht zulässig ist und was nicht."

„Während in der Öffentlichkeit das Ausmaß des Problems noch gar nicht richtig bekannt ist, schafft die Industrie schon still und leise Fakten. Doch Leben darf nicht für unternehmerische Profite verwertet und entwertet werden. Nicht alles, was eventuell ökonomische Vorteile bringt, ist moralisch gerechtfertigt", so Flothmann.

Kock: Kirche nicht grundsätzlich gegen Gen-Technik

Homburg (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) wird sich nach Aussagen des Ratsvorsitzenden Manfred Kock nicht grundsätzlich gegen die Anwendung von Gen-Technik stellen. Von unserer Aufgabe her, die uns anvertraute Natur zu bewahren und zu behüten, hätten wir jedoch allen Grund, den Gebrauch dieser Technik mit entsprechenden ethischen Reflexionen zu begleiten, sagte er in Homburg bei einem Vortrag über „Christliche Maßstäbe zur Bioethik". Für die ethische Urteilsbildung sei im Blick auf die Gen-Technik die konkrete Frage nach den Folgen und Auswirkungen eines jeden Schrittes maßgeblich. Ausgenommen davon sei allerdings die „Schreckensvision der Menschenklonung".

Der Ratsvorsitzende und Präses der rheinischen Kirche kündigte an, dass die evangelische Kirche Selbstverpflichtungen und Moratorien immer dort einfordern werde, wo beim Einsatz der Gen- und Biotechnologien absehbar negative Folgen überwiegen. Dabei könne auch die Durchsetzung von Grenzziehungen gefordert werden. Die Kirche werde darauf achten, dass die Würde des Menschen gewahrt bleibt und Einspruch erheben, wo Menschenwürde umdefiniert werde. Kock warnte vor apokalyptischen Visionen von Menschenzüchtung, in denen Menschen allein nach Machtkriterien ausgewählt würden. Der Mensch müsse die Möglichkeit bewahren, von der genetischen Ausstattung her einzigartig zu sein.

Auch in Zukunft wolle die Kirche in den wichtigen Fragen des wissenschaftlich-technischen Fortschritts eine Hilfe zur ethischen Urteilsfindung und zur gesellschaftlichen Konsensbildung bereitstellen. Kock sprach sich für eine Einigung über gentechnische Folgeabschätzungen in europäischem Rahmen aus. Doch müsse immer darauf geachtet werden, dass diese Standards gesellschaftlich durchgesetzt und eingehalten werden.

Kirchen nutzen das Internet

Charisma — Kirchen und Christen bevölkern immer mehr die Datenautobahnen. Während der Gottesdienstbesuch nachlässt wenden sich immer mehr von ihnen dem World Wide Web zu, um die Botschaft zu verbreiten und für sich zu werben. Immer mehr Menschen suchen sich ihre Gemeinde über ihr Modem.

Nach Untersuchungen der Barna Research Group, nutzen schon 25 Millionen Menschen das Internet für religiöse Zwecke, und bis 2010 könnten bis zu 20 Prozent der Amerikaner sich für ihre religiösen Erfahrungen ausschließlich auf die Cyberwelt verlassen.

Die PC-Suchenden sind bevorzugte Kandidaten für die „Z-Church," eine interaktive Internet-Kirche, die Stephen Schwambach, Pastor am Bethel Temple in Evansville ins Leben gerufen hat. Drei Web-Kameras senden Gottesdienste live an die Browser.
Zu Weihnachten kann man an der Lichterandacht teilnehmen, indem man ein Kerzen-Icon auf dem heimischen Bildschirm „entzündet". Auch die Kollekte wird online eingesammelt.

Schwambach hofft, dass es bald möglich sein wird, nicht nur den Gesang des Chors und der Gemeinde zu hören, sondern dass auch der Gesang der „Heimgemeinde" in die Kirche übertragen wird. Doch obwohl der Bethel Temple an der vordersten Front der Online-Kirchen steht, will Schwambach die leibhaftige Erfahrung nicht ersetzen.

„Wir wollen niemand aus seiner real-existierenden Kirche herausholen und ihn zum Gottesdienst im Internet verführen. Wir richten uns an Menschen, die gar nicht so weit gekommen sind; Die Leute, die die Religion aufgegeben haben oder niemals eine Kirche betreten haben." Daher auch der Name „Z-Church"– er steht für „Zebulon," einen der verlorenen Stämme Israels.

Inzwischen berichtet CNN, dass sich das religiöse Online-Business zu einem ernsthaften kommerziellen Geschäft entwickelt. Man verweist auf die 500.000 Besucher pro Monat auf der Webseite des Christian Broadcasting Network und die 70.000 Besucher auf den Seiten der Promise Keepers. Dies sind nur zwei der profiliertesten Kirchen und kirchlichen Gruppen, die das Netz nicht nur im Dienste der Predigt nutzen, sondern auch auf die Möglichkeiten des elektronischen Geschäfts spekulieren."

Zu den neuen Webseiten, die dem Gebet gewidmet sind, gehört auch eine, deren Autoren tatsächlich behaupten, dass sie die Gebete und Bitten ihrer Besucher unmittelbar an Gott weiterleiten. Eine Gruppe von Freunden hat in Massachusetts $ 20.000 gesammelt, um eine Rundfunksendestation zu errichten, welche die E-Mails in Richtung auf einen Sternenhaufen mit der Bezeichnung M13 abstrahlt. Dieser gilt als einer der ältesten des Universums und ist nach Ansicht des Teams von Newprayer.com eine möglicher Ort des Urknalls und damit der letzte bekannte Aufenthaltsort Gottes.

„Jesus Christ Superstar" begeistert gefeiert
– und abgesetzt

Seit Januar ist „Jesus Christ Superstar" von Andrew Lloyd Webber erstmals in Deutschland zu sehen. Das Szenenfoto zeigt Jesus, gespielt von William Byrne, mit dem Ensemble in der Szene „Hosanna". Die Neuinszenierung des Welterfolgs über die letzten sieben Tage im Leben Jesu feierte im Essener Colosseum Premiere. Die Auftaktfeier war mit über 1.500 Gästen restlos ausverkauft.

Wer die Chance nutzen will, das Musical in Essen zu sehen, muss sich allerdings beeilen: Zu Ostern wird das Stück bereits wieder abgesetzt!

Neue Kirchenstags-Generalsekretärin

Friederike Woldt, designierte Generalsekretärin des 29. Deutschen Evangelischen Kirchentages, der vom 13.-17.06.2001 in Frankfurt am Main unter dem Motto „Du stellst meine Füße auf weiten Raum" (Psalm 31,9) stattfindet. Unser Foto bei einer Pressekonferenz des Kirchentages am 25.1.2000 in Frankfurt. Die Theologin aus Kreischa bei Dresden tritt ihr Amt als Generalsekretärin im März 2000 an.

Deutsche reformierte Pfarrer müssen Tagebuch führen

RPD Pfarrerinnen und Pfarrer der reformierten Kirche in Deutschland sollen künftig über einen Zeitraum von sechs Monaten Tagebuch führen. Dies beschloss die Kirchenleitung des Reformierten Bundes, Zusammenschluss der Reformierten in Deutschland, auf Anraten ihres stellvertretenden Moderators, Landessuperintendent Walter Herrenbrück aus Leer (Ostfriesland).

Ziel des Projekts, zu dessen Durchführung nun Freiwillige aus verschiedenen kirchlichen Arbeitsfeldern gesucht werden, sei es – nach einem Bericht des Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatts in seiner aktuellen Ausgabe – offen darüber zu reden, was im Pfarrberuf zu leisten sei, welche Arbeitsprozesse sich ökonomischer gestalten lassen und wie angemessene Hilfestellung gegeben werden könne, so Herrenbrück.

Die Auswertung der Tagebucheintragungen soll durch die Schreibenden selbst erfolgen, also keinem Dritten zugänglich gemacht werden. Ergebnisse dieser Auswertungen dienen dann als Grundlage für ein Gespräch mit offizieller Seite. Ausgangspunkt der Tagebuchaktion war die Kritik Herrenbrücks an dem Umstand, dass Diskussionen über das Berufsbild des Pfarrers zumeist auf wissenschaftlicher Ebene ohne Bezug zur Arbeitsrealität geführt würden.

Eine klare Arbeitsplatzbeschreibung mit Angaben zur Arbeitszeit fehlt in den meisten evangelischen Landeskirchen Deutschlands. So heißt es im Pfarrdienstgesetz der Evangelischen Kirche der Union (EKU) lediglich: „Es gehört zur besonderen Verantwortung des pfarramtlichen Dienstes, dass Pfarrerinnen und Pfarrer so wenig wie möglich von ihrem Dienstbereich abwesend sind. Sie können ihren Dienst so einrichten, dass unter Berücksichtigung der dienstlichen Belange ein Tag in der Woche von dienstlichen Verpflichtungen frei bleibt."

„Reklamepfarrer" seilen sich vom Kirchturm ab

RPD „Woche der Engel" nannte sich eine Aktion der evangelischen Kirche in der Hansestadt Lübeck, mit der Kirchenferne begeistert werden sollten. Zum Auftakt seilten sich dazu fünf Pfarrer mit Hilfe des Lübecker Alpenvereins im vollen Ornat vom Turm der St.-Jakobi-Kirche ab.

Einige hundert Zuschauer verfolgten das Spektakel, das auf eine Inszenierung von zwei Hamburger Künstlern zurückgeht. „Wir wollen mit dieser Aktion die Pastoren auf den Boden zurückholen", so die Regisseurin Catharina Fleckenstein. Viele von ihnen seien so „abgehoben", dass sie die Menschen nicht mehr erreichen könnten.

Die Pastoren am Seil waren nicht die einzige symbolträchtige Attraktion der „Woche der Engel". Eine Lübecker Kirche wurde vollständig ausgeräumt und ihr Inneres mit einigen Tonnen Wüstensand gefüllt.

Zu den Veranstaltungen gehörten ferner Konzerte, Licht- und Videoinstallationen, Festessen für Bedürftige und eine „Nacht der 500 Bräute", bei der Männer ausgeschlossen sind. Jeden Abend waren die Kirchen der Lübecker Altstadt durch ein grünes Netz von Laserstrahlen miteinander verbunden.

Ex-Minister Ernesto Cardenal wird 75 Jahre alt

RPD/kipa Ernesto Cardenal, Schriftsteller, Priester und Ex-Kulturminister seines Heimatlandes Nicaragua, wird am Donnerstag 75 Jahre alt. Nach einem Literaturstudium an der Columbia University New York und Aufenthalten in Europa beteiligte er sich 1954 an der gescheiterten April-Revolution gegen den Somoza-Clan, der den mittelameri
kanischen Staat mit einer Art Familiendiktatur unterdrückt.

1957 trat Cardenal in das Trappistenkloster Gethsemany in Kentucky ein, das der durch viele Bücher bekannte Abt Thomas Merton leitete. Vor seiner Priesterweihe studierte Cardenal zwischen 1961 und 1965 in Mexiko und Kolumbien Theologie. 1966 gründete er auf der im Nicaragua-See gelegenen Insel Solentiname eine an radikal-urchristlichen Idealen orientierte Gemeinschaft.

Dort entstand das „Evangelium der Bauern von Solentiname". 1977 floh er nach Costa Rica und warb von dort um Unterstützung für die Sandinisten. Zwei Jahre später wurde er neben drei weiteren Priestern Minister in die Revolutionsregierung unter Präsident Daniel Ortega.

1985 verbot der Vatikan Cardenal wegen dessen politischem Engagement die Ausübung seines priesterlichen Dienstes. 1994 trat Cardenal unter Hinweis auf Wahlmanipulationen und Korruption aus der Sandinistischen Partei aus und gründete die „Bewegung der sandinistischen Erneuerung" (MRS).

Cardenal, der sich immer noch als Kommunist bezeichnet, lebt heute als Schriftsteller in Managua und betreibt gemeinsam mit dem österreichischen Ex-Show-Master Dietmar Schönherr in seiner Geburtsstadt Granada eine Einrichtung, die die europäischen, indianischen und afrikanischen Kulturelemente Nicaraguas miteinander ins Gespräch bringen will. 1980 erhielt er für sein Gesamtwerk den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

Offiziere wegen Bischofsmord festgenommen

Guatemala City (Newsroom) – Die guatemaltekischen Behörden haben nach Zeitungsberichten im Zusammenhang mit dem Mord an einem römisch-katholischen Bischof und Menschenrechtskämpfer im Jahre 1998 einen Armeehauptmann und zwei ehemalige Offiziere verhaftet.

Hauptmann Byron Lima Oliva und sein Vater, der Oberst a.D. Disrael Lima Estrada, wurden wegen des Mordes an Bischof Juan Gerardi am 26. April 1998 festgenommen. Der Bischof hatte zwei Tage vor seinem Tode einen Bericht veröffentlicht, der sich kritisch mit dem Militär auseinandersetzt. Außerdem haben die Behörden den ehemaligen Ziviloffizier José Obdulio Villanueva verhaftet. Die Köchin in der Heimatgemeinde von Gerardi, Margarita Lopez, wurde erneut festgenommen, aber es ist noch unklar, ob gegen sie Anklage erhoben wird. Sie war bereits im Juli 1998 fünf Tage in Haft.

Bei seiner Amtseinführung am 14. Januar hatte der guatemaltekische Präsident Alfonso Portillo versprochen zurückzutreten, falls es nicht gelingt, den Mord an dem Bischof aufzuklären. Menschenrechtsgruppen und die Katholische Kirche sind davon überzeugt, dass Gerardi wegen des Menschenrechtsberichts ermordet wurde, der dem guatemaltekischen Militär und seinen paramilitärischen Verbündeten die Verantwortung für die meisten der Toten während des 36 Jahre dauernden Bürgerkriegs, der 1996 zu Ende ging, anlastete.

Ein am 13. Januar veröffentlichter Bericht der UN besagte, dass „glaubwürdige neue Spuren" darauf hindeuten, dass staatliche Sicherheitskräfte in den Bischofsmord verwickelt sein könnten.

1,7 Millionen Unterschriften gegen die Todesstrafe

RPD/kipa – Rund 1,7 Millionen Menschen haben die Kampagne „Moratorium 2000" zur weltweiten Aussetzung der Todesstrafe im Jahr 2000 unterzeichnet. Mit den Unterschriften, die inzwischen in New York an UNO-Generalsekretär Kofi Annan übergeben wurden, soll der in der UN-Menschenrechtskommission laufende Prozess zur Abschaffung der Todesstrafe unterstützt werden.

Die Kampagne war von der Ordensfrau Helen Prejean – bekannt aus dem Film „Dead Man Walking" – gemeinsam mit der römischen Gemeinschaft Sant’Egidio ins Leben gerufen worden. Unterstützt wurde sie von Organisationen quer durch alle weltanschaulichen Lager und von zahlreichen Prominenten.

Mehr Todkranke nutzen US-Gesetz zur Sterbehilfe

Salem (dpa) — Im US-Bundesstaat Oregon haben sich im vergangenen Jahr 27 Menschen mit ärztlich verschriebenem Gift das Leben genommen, elf mehr als im Vorjahr. Das berichtete die Gesundheitsbehörde Oregons in einem Artikel der Zeitschrift „New England Journal of Medicine".

In den beiden Jahren seit der Legalisierung des Freitodes mit Arzthilfe in Oregon starben insgesamt 43 Menschen an verschriebenem Gift. Komplikationen wie etwa starke Schmerzen gab es in keinem der Fälle, heißt es in dem Bericht. Allerdings sei bei drei der Selbstmörder im vergangenen Jahr der Tod erst ungewöhnlich spät eingetreten, in einem Fall sogar erst 26 Stunden nach Einnahme des Gifts.

Die strikten Regeln des weltweit einmaligen Gesetzes sehen vor, dass Todkranke mit dem Wunsch zu sterben zwei Ärzte konsultieren und eine Bedenkzeit beachten müssen. Das verschriebene Gift müssen die Patienten eigenhändig einnehmen.

„Container-Kirche" für Auslandseinsätze

Washington, D.C. (Charisma) — Die amerikanische Armee hat eine „Container-Kirche" für die Militärseelsorge entwickelt. Der ca. 2,5 mal 6 m große Container wiegt gut sieben Tonnen und enthält alles, was ein Militärseelsorger braucht, um seine Herde zu weiden, einschließlich einem Zelt für 100 Klappstühle, Beleuchtung, einer Klimaanlage und Bibeln.

Die Container-Kirchen wurden zum Preis von $ 125.000 pro Stück vom Soldier Systems Center der Armee in Natick, Massachussets entwickelt. „Sie würden in Amerika von niemand verlangen, einen Gottesdienst in einem zugigen alten Gebäude zu besuchen", sagt Major Ben Richardson Associated Press (AP). „Warum sollten wir das von unseren Soldaten im Kosovo verlangen, wenn wir eine Alternative haben?"

Die Kapellen können an jeden denkbaren Ort gebracht und innerhalb eines Tages aufgebaut werden. Seit September sind im Kosovo bereits Prototypen in Gebrauch. Auch ein tragbarer Altar, eine Musikanlage, Kerzen und Abendmahlsgeschirr stehen den 1.300 amerikanischen Militärseelsorgern zur Verfügung. Eine Ausrüstung für jüdische und muslimische Gottesdienste ist ebenfalls lieferbar.

„Der Militärsdienst ist häufig eine Zeit gesteigerter spiritueller Bedürfnisse," so Brent Coffin, Leiter des Zentrums für Werte im öffentlichen Leben an der theologischen Fakultät von Harvard. „Die Menschen sind entwurzelt, fern von ihren Heimatgemeinden und sehen dem Tod ins Auge."

Christen werden öfter geschieden

Charisma – Ein „alarmierender Bericht", der herausgefunden hat, dass Christen mit höherer Wahrscheinlichkeit geschieden werden als Nicht-Christen, wurde als bitter nötiger „Weckruf für die Kirche" begrüßt. Die Studie der Barna Research Group (BRG) deckte auch auf, dass Atheisten nicht so häufig ihre Ehe vorzeitig beenden wie Wiedergeborenen Gläubige.

Diese ernüchternden, jüngst veröffentlichten Ergebnisse stammen aus einer Befragung von fast 4.000 Erwachsenen durch die christliche kalifornische Forschungsgruppe. Sie fand heraus, dass 27 Prozent der Wiedergeborenen Christen in Scheidung leben oder gelebt haben, verglichen mit 24 Prozent des Rests der Bevölkerung.

Präsident George Barna sagte, dass auch wenn die Statistik wie ein Alarmzeichen erscheint, sie doch ein schon länger zu beobachtendes Muster bestätige. Die Studie „werfe die Frage auf, in wie weit die Kirchen in ihrem Dienst die Familien stützen. Die hohe Zahl der Scheidungen innerhalb der christlichen Gemeinschaft stellt die Vorstellung in Frage, dass die Kirche eine echte praktische und lebensverändernde Hilfe für die Ehe biete."

Bei den untersuchten Denominationen wiesen die Baptisten mit 29 Prozent die höchste Scheidungsrate auf, die Katholiken mit 21 Prozent die niedrigste. Bei den keiner Denomination angehörenden Christen liege die Rate bei 34, bei den Mormonen bei 24 und bei den Atheisten und Agnostikern bei 21 Prozent.

Die Untersuchung schlüsselt zwar nicht weiter auf, ob die Untersuchten sich scheiden ließen, bevor sie Christen wurden, aber David Kinnaman von BRG sagte: „Etwa 90 Prozent der wiedergeborenen Christen, die eine Scheidung hinter sich haben, erlebten das Scheitern ihrer Ehe nachdem sie Christen wurden, nicht davor."

Die Studie zeigt auch, dass zwar nur 11 Prozent der erwachsenen Bevölkerung mit dem Familienstand geschieden lebt, aber einer von vier Erwachsenen schon mindestens eine Scheidung hinter sich hat. Die Weißen (27%) lassen sich häufiger scheiden als die Afroamerikaner (22 %) oder die Menschen spanischer Abstammung (20 %). Nur acht Prozent der Asiaten beenden ihre Ehe.

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Letzte Aktualisierung: 18.12.03

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