Der evangelische Theologe und Bonhoeffer-Biograf Eberhard
Bethge ist am 18. März in Wachtberg bei Bonn gestorben. Als Theologiestudent
schloss er sich der Bekennenden Kirche (BK) an, die sich gegen das Eindringen
nationalsozialistischen Gedankengutes in die christliche Verkündigung zur Wehr
setzte. Infolgedessen kam er 1935 in das illegale Predigerseminar der
Bekennenden Kirche in Zingst und Finkenwalde, hier begegnete er Dietrich
Bonhoeffer, dem die Leitung dieses Seminars von der BK übertragen worden war.
Von 1937 bis 1940 war Bethge Studieninspektor in Bonhoeffers
Seminar, 1943 heiratete er Renate Schleicher, eine Nichte Bonhoeffers. Damit
wurde er eng in eine Familie einbezogen, von der viele Mitglieder aktiv im
Widerstand gegen Hitler tätig waren.
Als einige Zeit nach Kriegsende das Schicksal Dietrich
Bonhoeffers bekannt wurde, das ihn von Berlin über Buchenwald an den Galgen
nach Flossenbürg gebracht hatte, begann Eberhard Bethge dessen Nachlass zu
sammeln und zu ordnen. Bethge hatte 1951 international Aufsehen erregt, als er
die aus dem Gefängnis Tegel herausgeschmuggelten, an ihn gerichteten Briefe von
Dietrich Bonhoeffer unter dem Titel Widerstand und Ergebung" herausgab.
Sechzehn Jahre später konnte er dann die umfassende Biografie über den 1945 im
KZ Flossenbürg von den Nazis ermordeten Pfarrer und Widerstandskämpfer
Dietrich Bonhoeffer veröffentlichen; sie gilt immer noch als eines der
wichtigsten Standardwerke über den deutschen Widerstand gegen Hitler.
Nach dem Krieg arbeitete Bethge zunächst als
Studentenseelsorger in Berlin; er wurde Assistent des Berliner Bischofs
Dibelius, arbeitete als Auslandspfarrer in London (wie Bonhoeffer) und
schließlich als Leiter des Pastoralkollegs der rheinischen Landeskirche in
Rengsdorf. Von 1967 bis 1976 gehörte Bethge der rheinischen Kirchenleitung an.
Pünktlich zum Jahreswechsel veräusserten die Evangelische
Kirche im Rheinland und die anderen Mitgesellschafter ihr" Rechenzentrum
für Kirche und Diakonie (RKD) für einen mehrstelligen Millionenbetrag an die
debis AG eine 100%ige DaimlerChrysler-Tochtergesellschaft. Seither suchten
die Mercedes-Manager nach einem Käufer für ihren Rechendienstleister; im
Gespräch waren die einkaufstourende Telekom AG und der Walldorfer
Weltmarktführer für Unternehmenssoftware SAP und die Sparkasse mit
Elektroabteilung" SIEMENS. Das Rennen machte anscheinend die Telekom für
mehr als 8 Mrd. Euro in bar. Weil solche Übernahmen normalerweise mit
Personalabbau wg. shareholder-value" verbunden sind, wollte Transparent
etwas mehr von den Beschäftigten des RKD-SFH (Rheinisches Rechenzentrum für
Diakonie - solutions for healthcare) erfahren.
Am vereinbarten Termin wollte/konnte allerdings kein
Vertreter der Mitarbeitervertretung etwas von dem Pressetermin mehr wissen. Alle
taten, als hörten sie zum erstenmal davon. Das neue Jahr hatte anscheinend alle
alten Gedanken von den biologischen Festplatten gelöscht. Hier gab es das
Y2K-Problem! Ausserdem waren alle peinlichst darauf bedacht, den
Transparent-Mitarbeitern die neue Geschäftsphilosophie zu erläutern. Jedes
Pressegespräch und jedes Interview - auch mit der Mitarbeitervertretung - muss
über die Pressestelle der debis angemeldet und abgewickelt werden; keine
veröffentlichten Interviews ohne imprimatur des Geschäftsführers. Ein neues
Unternehmen sei entstanden, da müsse man/frau sich schon mal anpassen, so der
resignierte Kommentar eines ungenannt bleiben wollenden Mitarbeiters. Auch habe
die debis ja alle anstandslos übernommen. Bei der Nachfrage nach der
Arbeitsplatzgarantie beim neuen Arbeitsgeber herrschte wieder das Schweigen im
Walde: Arbeitsplatzgarantie? Wie geht das?
Interessant ist auch die Geschäftskonstruktion: Da die debis
nur an die Stelle der alten" Gesellschafter getreten ist, ist sie nun
auch Mitglied im Diakonischen Werk der EKiR. Was wird das für die Zukunft der
Diakonie bedeuten?
Transparent wird nach den ersten Entlassungen beim RKD-SFH
das Thema noch mal aufgreifen. Das haben wir den Mitarbeitervertretern"
trotz Maulkorb und Vergesslichkeit versprochen.
So könnte es demnächst in Tageszeitungen, Wochenblättern,
Rundfunksendungen etc. lauten, wenn Gemeinden ihre Mitglieder suchen. In den
elektronischen Systemen sind sie nicht mehr auffindbar. Denn entgegen jedwedem
erfahrenen Rat hat man bei Kirchens mal wieder eine rheinische" Lösung
gefunden. Man hat ein nicht funktionierendes System (Easy-GKart) durch ein nicht
funktionierendes System (DaviP-W) ersetzt und wundert sich nun, dass durch das
mehrmalige Hin- und Her und Umkopieren der Datensätze ein einziges Chaos
herrscht. Und alle Beteiligten schieben die Schuld auf andere und die
Verantwortung weit von sich. Etwa ein Jahr so vorsichtige Schätzungen
werden die Gemeindeämter weiterhin ohne brauchbare Daten sein. Die bisherigen
Erfahrungen: Verstorbene leben noch oder wurden nach Jahren wieder in den
Datenbestand aufgenommen, Neuzugezogene sind schlicht unbekannt, Geburten finden
erst im nächsten Jahr statt, wenn die Kleinen schon älter sind, Taufen können
nicht eingetragen werden, die Vornamen wurden verwechselt und
Wahlbenachrichtigungen zur Presbyteriumswahl kommen massenhaft als unzustellbar
zurück
Den Ärger bekommen die Angestellten in den Gemeindeämtern ab, die
Chaos-Macher sitzen sicher auf ihren Sesseln und wissen wie immer von
nichts. Das DaviP-W-System wurde angeschafft, obwohl man zu dem Zeitpunkt schon
wusste, dass man vom RKD weg und zum KID (Kirchliche Gesellschaft zur
Informationsverarbeitung) nach Hannover wechseln würde. Das KID arbeitet seit
Jahren mit einem bewährten Programm, dass man aber nicht übernehmen wollte.
Gründe: Vielleicht hat diese Firma nicht genug springen lassen für die
Beschaffung durch die Verantwortlichen in den Kirchenkreisen? Eine Forderung an
die Verantwortlichen: Melde Dich!
Mit Knubbelnasen zum Millionär
Da hat er nun so ziemlich alle kirchlichen Publikationen mit
seinen Bildergeschichten jahrelang beglückt: Werner Küstenmacher. Als Tiki hat
er abgesahnt beim Bayerischen Rundfunk und SAT1. Nun scheinen den späten
dreifachen Vater Geld- und Zeitsorgen zu plagen. Und flugs hat er aus der Not
eine Tugend gemacht: nicht mehr die Kröten bei Kirchens verdienen, sondern
anderen Geld- und Zeit(geist)geplagten bei der notwendigen Lektüre (vor)lesend
unter die Arme greifen und dafür in harter Währung abrechnen. Nur selten hat
jemand offensichtlicher aus Scheisse Bratkartoffeln machen wollen!
Tiki samt Frau Marion, die in sich Therapie und Psychologie
auskennt, haben einen Spezial-Beratungsdienst" fürs einfache und
glückliche Leben in Bonn eingerichtet Jahresbezugspreis 179,40 DM. Nur wer
noch gute Augen hat, kann erkennen, dass beide bei einem Verlag untergekommen
sind: VRN Verlag für die deutsche Wirtschaft AG, Amtsgericht Bonn HRB 8165,
Vorstand: Helmut Graf. Von wegen: einfacher und glücklicher leben - T(r)ikis
Motto lautet: Lieber reich und gesund als arm und krank!
Solchen Beratern hätte der Herr Jesus eins mit der Registrierkasse
übergebraten.
RPD/emkni Die Dachorganisation aller evangelischen
Jugendverbände in Deutschland, die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen
Jugend" (aej) hat im Dezember 1999 auf ihrer Mitgliederversammlung in
Leinfelden/Echterdingen die Abschaffung
der Wehrpflicht beschlossen. Gleichzeitig forderte sie den massiven Ausbau und
die Förderung ziviler Konfliktlösungsmechanismen.
Mit diesem Beschluss kam die seit Jahren andauernde
Diskussion um die Wehrpflicht innerhalb der aej zu einem vorläufigen Ende. Die
Delegierten gaben dem neuen aej-Vorstand den Auftrag, einen friedensethischen
Diskussionsprozess innerhalb der aej beziehungsweise ihrer Mitgliederverbände
einzuleiten.
Im Jahr 2000 soll dann ein Leitantrag Friedensethik"
vorgelegt werden. Längerfristige internationale Freiwilligendienste sollen
ebenfalls weiterentwickelt und gefördert werden.
Eine Arbeitsgruppe der Vereinigung Evangelischer
Freikirchen in Deutschland" (VEF), der auch methodistische und baptistische
Vertreter angehören, hatte schon 1997 einen Appell Deutschland ohne
Wehrpflicht" beschlossen. In diesem wurden Gemeinden und Politik
aufgefordert,
sich für die Abschaffung der Wehrpflicht einzusetzen und
die damit erhaltenen menschlichen und finanziellen Ressourcen sinnvoll für den
Frieden in der Welt und das Wohl unseres Gemeinwesens zu nutzen".
Wer sich näher informieren und den von der aej empfohlenen
Beitrag Frieden schaffen Wehrpflicht abschaffen" bestellen möchte,
kann dies tun bei der aej-Geschäftsstelle: info@evangelische-jugend.de.
(rpd) Greenpeace Deutschland hat die Repräsentanten von
Kirchen und anderen Glaubensgemeinschaften aufgefordert, sich gegen Patente auf
Leben auszusprechen. Sie müssten Position beziehen in dem Konflikt darüber,
wem die Gene von Menschen, Tieren und Pflanzen gehören ob sie ein
allgemeines Gut bleiben oder zunehmend privatisiert werden sollen.
Greenpeace hat römisch-katholische, evangelische, jüdische,
islamische, buddhistische und andere Würdenträger angeschrieben. Die
Aufforderung zur Stellungnahme folgt einem aktuellen Anlass: Die Große
Beschwerdekammer des Europäischen Patentamtes (EPA) in München hat den Weg
frei gemacht für die Patentierung genmanipulierter Pflanzensorten und
Tierarten.
Greenpeace hält die Entscheidung für unverantwortlich, da
sie zu einem Ausverkauf von Pflanzen und Tieren an die Gentechnik-Industrie
führe. Immer mehr Menschen lehnen den Einsatz der Gentechnik in der
Landwirtschaft und genmanipulierte Nahrungsmittel ab. Doch hinter den Kulissen
findet schon der Wettlauf statt um die lukrativsten genetischen Entdeckungen in
der Natur", sagt Stefan Flothmann, Gentechnik-Experte von Greenpeace.
Die Repräsentanten aller Glaubensgemeinschaften müssen
sich dafür einsetzen, dass den Gen-Konzernen wie Monsanto und Novartis eine
Grenze gesetzt wird. Sie müssen den Menschen Orientierung bieten und sagen, was
aus ihrer Sicht zulässig ist und was nicht."
Während in der Öffentlichkeit das Ausmaß des Problems
noch gar nicht richtig bekannt ist, schafft die Industrie schon still und leise
Fakten. Doch Leben darf nicht für unternehmerische Profite verwertet und
entwertet werden. Nicht alles, was eventuell ökonomische Vorteile bringt, ist
moralisch gerechtfertigt", so Flothmann.
Homburg (epd). Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)
wird sich nach Aussagen des Ratsvorsitzenden Manfred Kock nicht grundsätzlich
gegen die Anwendung von Gen-Technik stellen. Von unserer Aufgabe her, die uns anvertraute Natur zu
bewahren und zu behüten, hätten wir jedoch allen Grund, den Gebrauch dieser
Technik mit entsprechenden ethischen Reflexionen zu begleiten, sagte er in
Homburg bei einem Vortrag über Christliche Maßstäbe zur Bioethik".
Für die ethische Urteilsbildung sei im Blick auf die Gen-Technik die konkrete
Frage nach den Folgen und Auswirkungen eines jeden Schrittes maßgeblich.
Ausgenommen davon sei allerdings die Schreckensvision der
Menschenklonung".
Der Ratsvorsitzende und Präses der rheinischen Kirche
kündigte an, dass die evangelische Kirche Selbstverpflichtungen und Moratorien
immer dort einfordern werde, wo beim Einsatz der Gen- und Biotechnologien
absehbar negative Folgen überwiegen. Dabei könne auch die Durchsetzung von
Grenzziehungen gefordert werden. Die Kirche werde darauf achten, dass die Würde
des Menschen gewahrt bleibt und Einspruch erheben, wo Menschenwürde umdefiniert
werde. Kock warnte vor apokalyptischen Visionen von Menschenzüchtung, in denen
Menschen allein nach Machtkriterien ausgewählt würden. Der Mensch müsse die
Möglichkeit bewahren, von der genetischen Ausstattung her einzigartig zu sein.
Auch in Zukunft wolle die Kirche in den wichtigen Fragen des
wissenschaftlich-technischen Fortschritts eine Hilfe zur ethischen
Urteilsfindung und zur gesellschaftlichen Konsensbildung bereitstellen. Kock
sprach sich für eine Einigung über gentechnische Folgeabschätzungen in
europäischem Rahmen aus. Doch müsse immer darauf geachtet werden, dass diese
Standards gesellschaftlich durchgesetzt und eingehalten werden.
Charisma Kirchen und Christen bevölkern immer mehr die
Datenautobahnen. Während der Gottesdienstbesuch nachlässt wenden sich immer
mehr von ihnen dem World Wide Web zu, um die Botschaft zu verbreiten und für
sich zu werben. Immer mehr Menschen suchen sich ihre Gemeinde über ihr Modem.
Nach Untersuchungen der Barna Research Group, nutzen schon 25
Millionen Menschen das Internet für religiöse Zwecke, und bis 2010 könnten
bis zu 20 Prozent der Amerikaner sich für ihre religiösen Erfahrungen
ausschließlich auf die Cyberwelt verlassen.
Die PC-Suchenden sind bevorzugte Kandidaten für die Z-Church,"
eine interaktive Internet-Kirche, die Stephen Schwambach, Pastor am Bethel
Temple in Evansville ins Leben gerufen hat. Drei Web-Kameras senden
Gottesdienste live an die Browser.
Zu Weihnachten kann man an der Lichterandacht teilnehmen, indem man ein
Kerzen-Icon auf dem heimischen Bildschirm entzündet". Auch die Kollekte
wird online eingesammelt.
Schwambach hofft, dass es bald möglich sein wird, nicht nur
den Gesang des Chors und der Gemeinde zu hören, sondern dass auch der Gesang
der Heimgemeinde" in die Kirche übertragen wird. Doch obwohl der Bethel
Temple an der vordersten Front der Online-Kirchen steht, will Schwambach die
leibhaftige Erfahrung nicht ersetzen.
Wir wollen niemand aus seiner real-existierenden Kirche
herausholen und ihn zum Gottesdienst im Internet verführen. Wir richten uns an
Menschen, die gar nicht so weit gekommen sind; Die Leute, die die Religion
aufgegeben haben oder niemals eine Kirche betreten haben." Daher auch der
Name Z-Church" er steht für Zebulon," einen der verlorenen
Stämme Israels.
Inzwischen berichtet CNN, dass sich das religiöse
Online-Business zu einem ernsthaften kommerziellen Geschäft entwickelt. Man
verweist auf die 500.000 Besucher pro Monat auf der Webseite des Christian
Broadcasting Network und die 70.000 Besucher auf den Seiten der Promise Keepers.
Dies sind nur zwei der profiliertesten Kirchen und kirchlichen Gruppen, die das
Netz nicht nur im Dienste der Predigt nutzen, sondern auch auf die
Möglichkeiten des elektronischen Geschäfts spekulieren."
Zu den neuen Webseiten, die dem Gebet gewidmet sind, gehört
auch eine, deren Autoren tatsächlich behaupten, dass sie die Gebete und Bitten
ihrer Besucher unmittelbar an Gott weiterleiten. Eine Gruppe von Freunden hat in
Massachusetts $ 20.000 gesammelt, um eine Rundfunksendestation zu errichten,
welche die E-Mails in Richtung auf einen Sternenhaufen mit der Bezeichnung M13
abstrahlt. Dieser gilt als einer der ältesten des Universums und ist nach
Ansicht des Teams von Newprayer.com eine möglicher Ort des Urknalls und damit
der letzte bekannte Aufenthaltsort Gottes.
Seit Januar ist Jesus Christ Superstar" von Andrew
Lloyd Webber erstmals in Deutschland zu sehen. Das Szenenfoto zeigt Jesus,
gespielt von William Byrne, mit dem Ensemble in der Szene Hosanna". Die
Neuinszenierung des Welterfolgs über die letzten sieben Tage im Leben Jesu
feierte im Essener Colosseum Premiere. Die Auftaktfeier war mit über 1.500 Gästen
restlos ausverkauft.
Wer die Chance nutzen will, das Musical in Essen zu sehen,
muss sich allerdings beeilen: Zu Ostern wird das Stück bereits wieder
abgesetzt!
Friederike Woldt, designierte Generalsekretärin des 29.
Deutschen Evangelischen Kirchentages, der vom 13.-17.06.2001 in Frankfurt am
Main unter dem Motto Du stellst meine Füße auf weiten Raum" (Psalm
31,9) stattfindet. Unser Foto bei einer Pressekonferenz des Kirchentages am
25.1.2000 in Frankfurt. Die Theologin aus Kreischa bei Dresden tritt ihr Amt als
Generalsekretärin im März 2000 an.
RPD Pfarrerinnen und Pfarrer der reformierten Kirche in
Deutschland sollen künftig über einen Zeitraum von sechs Monaten Tagebuch
führen. Dies beschloss die Kirchenleitung des Reformierten Bundes,
Zusammenschluss der Reformierten in Deutschland, auf Anraten ihres
stellvertretenden Moderators, Landessuperintendent Walter Herrenbrück aus Leer
(Ostfriesland).
Ziel des Projekts, zu dessen Durchführung nun Freiwillige
aus verschiedenen kirchlichen Arbeitsfeldern gesucht werden, sei es nach
einem Bericht des Deutschen Allgemeinen Sonntagsblatts in seiner aktuellen
Ausgabe offen darüber zu reden, was im Pfarrberuf zu leisten sei, welche
Arbeitsprozesse sich ökonomischer gestalten lassen und wie angemessene
Hilfestellung gegeben werden könne, so Herrenbrück.
Die Auswertung der Tagebucheintragungen soll durch die
Schreibenden selbst erfolgen, also keinem Dritten zugänglich gemacht werden.
Ergebnisse dieser Auswertungen dienen dann als Grundlage für ein Gespräch mit
offizieller Seite. Ausgangspunkt der Tagebuchaktion war die Kritik Herrenbrücks
an dem Umstand, dass Diskussionen über das Berufsbild des Pfarrers zumeist auf
wissenschaftlicher Ebene ohne Bezug zur Arbeitsrealität geführt würden.
Eine klare Arbeitsplatzbeschreibung mit Angaben zur
Arbeitszeit fehlt in den meisten evangelischen Landeskirchen Deutschlands. So
heißt es im Pfarrdienstgesetz der Evangelischen Kirche der Union (EKU)
lediglich: Es gehört zur besonderen Verantwortung des pfarramtlichen
Dienstes, dass Pfarrerinnen und Pfarrer so wenig wie möglich von ihrem
Dienstbereich abwesend sind. Sie können ihren Dienst so einrichten, dass unter
Berücksichtigung der dienstlichen Belange ein Tag in der Woche von dienstlichen
Verpflichtungen frei bleibt."
RPD Woche der Engel" nannte sich eine Aktion der
evangelischen Kirche in der Hansestadt Lübeck, mit der Kirchenferne begeistert
werden sollten. Zum Auftakt seilten sich dazu fünf Pfarrer mit Hilfe des
Lübecker Alpenvereins im vollen Ornat vom Turm der St.-Jakobi-Kirche ab.
Einige hundert Zuschauer verfolgten das Spektakel, das auf
eine Inszenierung von zwei Hamburger Künstlern zurückgeht. Wir wollen mit
dieser Aktion die Pastoren auf den Boden zurückholen", so die Regisseurin
Catharina Fleckenstein. Viele von ihnen seien so abgehoben", dass sie
die Menschen nicht mehr erreichen könnten.
Die Pastoren am Seil waren nicht die einzige symbolträchtige
Attraktion der Woche der Engel". Eine Lübecker Kirche wurde
vollständig ausgeräumt und ihr Inneres mit einigen Tonnen Wüstensand
gefüllt.
Zu den Veranstaltungen gehörten ferner Konzerte, Licht- und
Videoinstallationen, Festessen für Bedürftige und eine Nacht der 500
Bräute", bei der Männer ausgeschlossen sind. Jeden Abend waren die
Kirchen der Lübecker Altstadt durch ein grünes Netz von Laserstrahlen
miteinander verbunden.
RPD/kipa Ernesto Cardenal, Schriftsteller, Priester und
Ex-Kulturminister seines Heimatlandes Nicaragua, wird am Donnerstag 75 Jahre
alt. Nach einem Literaturstudium an der Columbia University New York und
Aufenthalten in Europa beteiligte er sich 1954 an der gescheiterten
April-Revolution gegen den Somoza-Clan, der den mittelameri
kanischen Staat mit einer Art Familiendiktatur unterdrückt.
1957 trat Cardenal in das Trappistenkloster Gethsemany in
Kentucky ein, das der durch viele Bücher bekannte Abt Thomas Merton leitete.
Vor seiner Priesterweihe studierte Cardenal zwischen 1961 und 1965 in Mexiko und
Kolumbien Theologie. 1966 gründete er auf der im Nicaragua-See gelegenen Insel
Solentiname eine an radikal-urchristlichen Idealen orientierte Gemeinschaft.
Dort entstand das Evangelium der Bauern von Solentiname".
1977 floh er nach Costa Rica und warb von dort um Unterstützung für die
Sandinisten. Zwei Jahre später wurde er neben drei weiteren Priestern Minister
in die Revolutionsregierung unter Präsident Daniel Ortega.
1985 verbot der Vatikan Cardenal wegen dessen politischem
Engagement die Ausübung seines priesterlichen Dienstes. 1994 trat Cardenal
unter Hinweis auf Wahlmanipulationen und Korruption aus der Sandinistischen
Partei aus und gründete die Bewegung der sandinistischen Erneuerung" (MRS).
Cardenal, der sich immer noch als Kommunist bezeichnet, lebt
heute als Schriftsteller in Managua und betreibt gemeinsam mit dem
österreichischen Ex-Show-Master Dietmar Schönherr in seiner Geburtsstadt
Granada eine Einrichtung, die die europäischen, indianischen und afrikanischen
Kulturelemente Nicaraguas miteinander ins Gespräch bringen will. 1980 erhielt
er für sein Gesamtwerk den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.
Guatemala City (Newsroom) Die guatemaltekischen Behörden
haben nach Zeitungsberichten im Zusammenhang mit dem Mord an einem
römisch-katholischen Bischof und Menschenrechtskämpfer im Jahre 1998 einen
Armeehauptmann und zwei ehemalige Offiziere verhaftet.
Hauptmann Byron Lima Oliva und sein Vater, der Oberst a.D.
Disrael Lima Estrada, wurden wegen des Mordes an Bischof Juan Gerardi am 26.
April 1998 festgenommen. Der Bischof hatte zwei Tage vor seinem Tode einen
Bericht veröffentlicht, der sich kritisch mit dem Militär auseinandersetzt.
Außerdem haben die Behörden den ehemaligen Ziviloffizier José Obdulio
Villanueva verhaftet. Die Köchin in der Heimatgemeinde von Gerardi, Margarita
Lopez, wurde erneut festgenommen, aber es ist noch unklar, ob gegen sie Anklage
erhoben wird. Sie war bereits im Juli 1998 fünf Tage in Haft.
Bei seiner Amtseinführung am 14. Januar hatte der
guatemaltekische Präsident Alfonso Portillo versprochen zurückzutreten, falls
es nicht gelingt, den Mord an dem Bischof aufzuklären. Menschenrechtsgruppen
und die Katholische Kirche sind davon überzeugt, dass Gerardi wegen des
Menschenrechtsberichts ermordet wurde, der dem guatemaltekischen Militär und
seinen paramilitärischen Verbündeten die Verantwortung für die meisten der
Toten während des 36 Jahre dauernden Bürgerkriegs, der 1996 zu Ende ging,
anlastete.
Ein am 13. Januar veröffentlichter Bericht der UN besagte,
dass glaubwürdige neue Spuren" darauf hindeuten, dass staatliche
Sicherheitskräfte in den Bischofsmord verwickelt sein könnten.
RPD/kipa Rund 1,7 Millionen Menschen haben die Kampagne
Moratorium 2000" zur weltweiten Aussetzung der Todesstrafe im Jahr 2000
unterzeichnet. Mit den Unterschriften, die inzwischen in New York an
UNO-Generalsekretär Kofi Annan übergeben wurden, soll der in der
UN-Menschenrechtskommission laufende Prozess zur Abschaffung der Todesstrafe
unterstützt werden.
Die Kampagne war von der Ordensfrau Helen Prejean bekannt
aus dem Film Dead Man Walking" gemeinsam mit der römischen
Gemeinschaft SantEgidio ins Leben gerufen worden. Unterstützt wurde sie von
Organisationen quer durch alle weltanschaulichen Lager und von zahlreichen
Prominenten.
Salem (dpa) Im US-Bundesstaat Oregon haben sich im
vergangenen Jahr 27 Menschen mit ärztlich verschriebenem Gift das Leben
genommen, elf mehr als im Vorjahr. Das berichtete die Gesundheitsbehörde
Oregons in einem Artikel der Zeitschrift New England Journal of Medicine".
In den beiden Jahren seit der Legalisierung des Freitodes mit
Arzthilfe in Oregon starben insgesamt 43 Menschen an verschriebenem Gift.
Komplikationen wie etwa starke Schmerzen gab es in keinem der Fälle, heißt es
in dem Bericht. Allerdings sei bei drei der Selbstmörder im vergangenen Jahr
der Tod erst ungewöhnlich spät eingetreten, in einem Fall sogar erst 26
Stunden nach Einnahme des Gifts.
Die strikten Regeln des weltweit einmaligen Gesetzes sehen
vor, dass Todkranke mit dem Wunsch zu sterben zwei Ärzte konsultieren und eine
Bedenkzeit beachten müssen. Das verschriebene Gift müssen die Patienten
eigenhändig einnehmen.
Washington, D.C. (Charisma) Die amerikanische Armee hat
eine Container-Kirche" für die Militärseelsorge entwickelt. Der ca.
2,5 mal 6 m große Container wiegt gut sieben Tonnen und enthält alles, was ein
Militärseelsorger braucht, um seine Herde zu weiden, einschließlich einem Zelt
für 100 Klappstühle, Beleuchtung, einer Klimaanlage und Bibeln.
Die Container-Kirchen wurden zum Preis von $ 125.000 pro
Stück vom Soldier Systems Center der Armee in Natick, Massachussets entwickelt.
Sie würden in Amerika von niemand verlangen, einen Gottesdienst in einem
zugigen alten Gebäude zu besuchen", sagt Major Ben Richardson Associated
Press (AP). Warum sollten wir das von unseren Soldaten im Kosovo verlangen,
wenn wir eine Alternative haben?"
Die Kapellen können an jeden denkbaren Ort gebracht und
innerhalb eines Tages aufgebaut werden. Seit September sind im Kosovo bereits
Prototypen in Gebrauch. Auch ein tragbarer Altar, eine Musikanlage, Kerzen und
Abendmahlsgeschirr stehen den 1.300 amerikanischen Militärseelsorgern zur
Verfügung. Eine Ausrüstung für jüdische und muslimische Gottesdienste ist
ebenfalls lieferbar.
Der Militärsdienst ist häufig eine Zeit gesteigerter
spiritueller Bedürfnisse," so Brent Coffin, Leiter des Zentrums für Werte
im öffentlichen Leben an der theologischen Fakultät von Harvard. Die
Menschen sind entwurzelt, fern von ihren Heimatgemeinden und sehen dem Tod ins
Auge."
Charisma Ein alarmierender Bericht", der
herausgefunden hat, dass Christen mit höherer Wahrscheinlichkeit geschieden
werden als Nicht-Christen, wurde als bitter nötiger Weckruf für die
Kirche" begrüßt. Die Studie der Barna Research Group (BRG) deckte auch
auf, dass Atheisten nicht so häufig ihre Ehe vorzeitig beenden wie
Wiedergeborenen Gläubige.
Diese ernüchternden, jüngst veröffentlichten Ergebnisse
stammen aus einer Befragung von fast 4.000 Erwachsenen durch die christliche
kalifornische Forschungsgruppe. Sie fand heraus, dass 27 Prozent der
Wiedergeborenen Christen in Scheidung leben oder gelebt haben, verglichen mit 24
Prozent des Rests der Bevölkerung.
Präsident George Barna sagte, dass auch wenn die Statistik
wie ein Alarmzeichen erscheint, sie doch ein schon länger zu beobachtendes
Muster bestätige. Die Studie werfe die Frage auf, in wie weit die Kirchen in
ihrem Dienst die Familien stützen. Die hohe Zahl der Scheidungen innerhalb der
christlichen Gemeinschaft stellt die Vorstellung in Frage, dass die Kirche eine
echte praktische und lebensverändernde Hilfe für die Ehe biete."
Bei den untersuchten Denominationen wiesen die Baptisten mit
29 Prozent die höchste Scheidungsrate auf, die Katholiken mit 21 Prozent die
niedrigste. Bei den keiner Denomination angehörenden Christen liege die Rate
bei 34, bei den Mormonen bei 24 und bei den Atheisten und Agnostikern bei 21
Prozent.
Die Untersuchung schlüsselt zwar nicht weiter auf, ob die
Untersuchten sich scheiden ließen, bevor sie Christen wurden, aber David
Kinnaman von BRG sagte: Etwa 90 Prozent der wiedergeborenen Christen, die
eine Scheidung hinter sich haben, erlebten das Scheitern ihrer Ehe nachdem sie
Christen wurden, nicht davor."
Die Studie zeigt auch, dass zwar nur 11 Prozent der
erwachsenen Bevölkerung mit dem Familienstand geschieden lebt, aber einer von
vier Erwachsenen schon mindestens eine Scheidung hinter sich hat. Die Weißen
(27%) lassen sich häufiger scheiden als die Afroamerikaner (22 %) oder die
Menschen spanischer Abstammung (20 %). Nur acht Prozent der Asiaten beenden ihre
Ehe.
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