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editorial
Der Rummel um das Christusjahr hat unsere
Zeitungsarbeit noch nicht so weit angesprochen, dass es sich lohnen würde, dazu
Kritisches oder Belustigendes zu berichten. Viel Geld ist in diese Kampagne
geflossen, und es lässt sich nicht leugnen, dass dort, wo dieses Geld gelandet
ist, auch Menschen von diesem Christusjahr erfahren haben. Zweifel ist aber
angebracht, ob diese groß angelegte Kampagne hält, was sie angekündigt hat.
Da wird man sehen
warten wir bis 2001.
Die Eventkultur hat die kirchliche Arbeit jedenfalls voll eingeholt da lohnt
es sich immer mal wieder zu fragen oder auch fragen zu lassen: wozu dient der
Event, den ich gerade organisiere. Diese Frage lohnt auch aus der Perspektive
einer Gemeindepastorin, des Berufsschulpfarrers oder eines kirchlichen
Mitarbeiters
Der Innenteil unseres neuen Heftes widmet sich dem
lateinamerikanischen Kontinent, der mit seinen unterschiedlichen Ansätzen zu
einer Theologie der Befreiung in den 80er und 90er Jahren vielen von uns neue
Orientierungen gegeben hat. Erfreulich ist, dass inzwischen auch die kleinen
protestantischen Kirchen diesmal in Brasilien die Bedeutung von 500
Jahren Conquista öffentlich bedenken. Die Folgen der Globalisierung
Vor den Rezensionen - im hinteren Teil des Heftes
abgedruckt - ist diesmal ein längerer Beitrag über das umstrittene Buch von G.
Besiers, der sich mit dem von ihm unterstellten Einfluss
der kommunistischen Länder auf den Ökumenischen Rat der Kirchen beschäftigt.
Vor allem der Kampf gegen den Rassismus in den 70er und 80er Jahren einer
der Schwerpunkte des ÖRK erinnert viele unserer Leser und Leserinnen persönlich
an wichtige politisch-theologische Auseinandersetzungen. Eine kritische
Rezension, die dank der Vorarbeit des Ökumenischen Forums hier im Rheinland
bekannt geworden ist. Erinnerungen an eine noch nicht aufgearbeitete
Vergangenheit, auch hier im Rheinland, werden wach. Die EKiR hat das mehr als
zwei Jahrzehnte zurückliegende Verbot der Unterstützung des Sonderfonds des ÖRK
mit Kirchensteuermitteln in der Landessynode bis heute nicht aufgehoben.
Erinnerungen an die Vergangenheit werden auch geweckt bei dem Beitrag von
Giselheid Bahrenberg, die nach einer Reise zum Partnerkirchenkreis in Namibia
die Folgen des Rassismus im südlichen Afrika/Namibia beschreibt. Dass vor allem
die Frauen bis heute unter Armut, Gewalt und fehlenden Lebensmöglichkeiten zu
leiden haben, wird in diesem Beitrag eindrücklich deutlich.
Aus der Redaktionsarbeit gibt es erfreuliche Neuigkeiten:
Neben neuen Mitarbeitern, die eher zufällig zu uns gestoßen sind, haben wir
jetzt Kontakt zum Rheinischen Konvent aufgenommen. Die Gruppe wird sich
beizeiten genauer in der Zeitung vorstellen, wir hoffen, dass dieser Kontakt
auch neue SchreiberInnen- und LeserInnenkreise erschließt.
Mit Amos, der westfälischen Zeitschrift, die aber als
Kritische Blätter aus dem Ruhrgebiet den kirchlichen Tellerrand schneller als Transparent
überspringen und sich vor allem ökonomischen Fragen fachlich qualifiziert
widmen, verbindet uns ein regelmäßiger Austausch. Ein Treffen, das gerade
stattgefunden hat, zeigte auch gemeinsame Nachwuchsprobleme. Die Verstärkung
der Kontakte zu den jetzt Studierenden oder gerade am Beginn ihrer Berufstätigkeit
befindlichen TheologInnen und mehr noch zu kirchlichen MitarbeiterInnen ist eine
Aufgabe, die vor uns liegt. So kennen wir das staatliche Rentenproblem mit der
Alterspyramide auch aus unserer Sicht der Zeitungsmacher und der AbonnentInnen.
Vielleicht hilft dabei ja auch die neue Präsenz von Transparent im Internet:
Ihr findet unter http://members.tripod.de/transparentonline/ die letzten
Ausgaben unserer Zeitschrift, allerdings ohne die Innenteile. Dafür kann man
dort auch bequem ein Abo bestellen, eine LeserInnenreaktion loswerden oder im
Archiv nach Stichworten die letzten Artikel durchsuchen.
Schöne Sonne in diesem Sommer!
Red.
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