(RPD/kipa) Eine veränderte Vorstellung von Gott als Schöpfer der Welt hat
der oberste Astronom des Vatikan, der amerikanische Jesuitenpater George V.
Coyne, auf der Grundlage der neueren astronomischen Forschung angeregt. In einem
Artikel der Vatikanzeitung LOsservatore Romano entwarf der Direktor der
vatikanischen Sternwarte eine Vorstellung von Gott, die von traditionellen
Begriffen wie Schöpfungsplan abweicht und modernen kosmologischen
Theorien Rechnung trägt.
Im einzelnen, schrieb Coyne, müsse das Gottesbild der Theologen, insofern es um
das rationale Begreifen der offenbarten Wahrheit gehe, den Entwicklungen des
menschlichen Denkens angepasst werden. Auch die Vorstellung vom Schöpfergott
müsse den Begriffen der modernen Kosmologie entsprechen.
In diesem Sinne sei Gott als Schöpfer eines Universums zu begreifen, in dem das
Ziel und der Plan der Schöpfung nicht die einzigen und nicht einmal die
wichtigsten Faktoren seien, sondern in dem Spontaneität und
Unbestimmtheit entscheidend zur Entwicklung eines Universums beigetragen haben,
in dem das Leben erschienen ist.
Ein allmächtiger und allwissender Gott im Sinne eines Newtonschen
Universums, in dem alles vorherbestimmt und deterministisch ist, entspreche
nicht dem heutigen wissenschaftlichen Kenntnisstand, schrieb der amerikanische
Jesuit weiter, der die vatikanische Sternwarte seit 1978 leitet.
Coyne argumentierte ferner, das neue Bild von Gott als Schöpfer eines für
zufällige Entwicklungen offenen Universums entspreche durchaus der biblischen
Offenbarung. Diese schildere den Schöpfer in seiner Haltung gegenüber den
Geschöpfen nicht als Gott des Zwangs, sondern als Gott, der die Menschen zur
Teilnahme am Schöpfungswerk einlade.
Trotz weitgehender Übereinstimmung mit der modernen Kosmologie distanzierte
sich Coyne jedoch von einem Trend in der heutigen Wissenschaft, die Gott
nicht als Person begreife, sondern als bloße Erklärungsformel für die Welt.
Für den Theologen und Gläubigen sei Gott jedoch wesentlich mehr als dies, und
mehr als eine bloße Information, betonte Coyne in seinem Artikel, der
anlässlich der Heilig-Jahr-Feier der Wissenschafter in der Vatikanzeitung
erschien.
(RPD/kipa) Hermann Münzel (65), Priester des Bistums Trier, ist wegen seines
Mitwirkens an einer ökumenischen Abendmahlfeier am Rande des Hamburger
Katholikentags von Bischof Hermann Josef Spital suspendiert worden. Das
Kirchenrecht verbietet katholischen Geistlichen die Teilnahme an einer solchen
Feier.
Spital habe deshalb dem Geistlichen, der auch als Religionslehrer tätig ist,
alle priesterlichen Handlungen bis auf Widerruf untersagt, teilte die
Pressestelle der Diözese am Mittwoch in Trier mit.
Vier Geistliche verschiedener christlicher Konfessionen, darunter auch Münzel,
hatten am vergangenen Freitag Abend in einer evangelischen Hamburger Kirche ein
ökumenisches Abendmahl mit rund 450 Teilnehmern gefeiert. Dabei sprach die
Gemeinde gemeinsam mit den Geistlichen die zentralen Einsetzungsworte der
Wandlung.
Der Bischof habe Münzel in einem Schreiben daran erinnert, dass er ihn bereits
früher vor dem Priesterrat des Bistums verwarnt habe. Eine Aufhebung der
Suspendierung setze nun voraus, dass Münzel öffentlich glaubhaft mache, dass
er sein Handeln bedaure und eine Wiederholung ausschließe. Dies müsse nach
Anordnung des Bischofs vor dem Priesterrat des Bistums geschehen.
Münzel, so das Bistum weiter, habe beim Katholikentag gegen das Verbot der
verantwortlichen Bischöfe und der evangelischen Bischöfin Maria Jepsen eine
Messe in Interzelebration gefeiert. Eine gemeinsame Eucharistiefeier mit
nichtkatholischen Amtsträgern sei laut Kanon 908 des Kirchenrechts untersagt,
ein Zuwiderhandeln sei nach Kanon 1365 mit einer gerechten Strafe zu belegen.
(RPD/kipa) Im Archiv der vatikanischen Glaubenskongregation, das seit 1998
für die Wissenschaft zugänglich ist, befindet sich eine Akte über den
deutschen Volksschriftsteller Karl May. Wie die Welt am Sonntag in ihrer
jüngsten Ausgabe berichtet, war der beliebte Romanautor 1910 von einem anonymen
Denunzianten aus Deutschland angezeigt worden, weil er in seinen Spätwerken Ideologien
von einer universellen Weltreligion verbreitet habe.
Die Werke Mays sollten nach Darstellung des Blattes auf den 1967 aufgelösten
Index Romanus der verbotenen Bücher gesetzt werden. Dies sei aber
unterblieben, weil die Kongregation befürchtet habe, das Interesse der Leser
mit einer solchen Maßnahme anzufachen.
Entdeckt wurde die Akte laut Welt am Sonntag von dem Frankfurter
Kirchenhistoriker Hubert Wolf, Leiter des Projekts Römische Inquisition und
Index bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Den Fund der May-Akte
bezeichnete der Historiker als Glücksgriff.
Der 1842 geborene Erfolgsautor, ein Protestant, habe im Bewusstsein der
Öffentlichkeit lange Jahre über als Katholik gegolten, so Wolf. Vor allem in
seinen Winnetou-Bänden stellte May nach den Worten des Wissenschafters
den berühmten Indianerhäuptlings als Marienverehrer dar. In der Reihe Schut
habe der Autor die Überlegenheit des Christentums gegenüber dem Islam
herausgestrichen.
Erst in seinem Spätwerk entwarf der 1912 verstorbene Schriftsteller das Bild
einer Einheitsreligion, die das Gute aller Weltreligionen vereinte. Wolf: Diese
eher langweiligen Werke haben dazu geführt, dass er in Rom angezeigt wurde.
Der anonyme Denunziant stammt nach Erkenntnissen des Historikers vermutlich aus
dem Rheinland, wie der Anzeige beigelegte Schmähartikel aus
Regionalzeitungen vermuten ließen
(Bettina Gabbe für RPD/sda/dpa) Der Streit um eine bunte
Homosexuellen-Parade im Heiligen Jahr in Rom spaltet nicht nur die
Mitte-Links-Regierung von Italien. Mittlerweile haben sich auch Ehefrauen der
Politiker öffentlich demonstrativ gegen ihre Männer und auf die Seite der
Befürworter des internationalen Treffens gestellt.
Vor wenigen Tagen hatte der italienische Ministerpräsident Giuliano Amato den
World Gay Pride angesichts des Heiligen Jahres als inopportun
bezeichnet. Roms Bürgermeister Francesco Rutelli kündigte nun die
Zusammenarbeit bei der Veranstaltung auf und zog das zugesagte Geld der Stadt
von umgerechnet etwa 300.000 Schweizer Franken zurück.
Die Organisatoren des für Juli geplanten einwöchigen Treffens, mit der Parade
als Höhepunkt, werfen dem Bürgermeister nun vor, sich dem Willen des Vatikans
gebeugt zu haben. Sie bestehen auf dem Festival, das sie seit 1997 planen. Die
Ministerin für Gleichberechtigung, Katia Bellillo, sieht gar die demokratische
und laizistische Rolle der Republik, die Trennung von Kirche und Staat, auf dem
Spiel stehen.
Der jüngste Schritt des römischen Bürgermeisters verhärtete die Fronten im
Streit um die Veranstaltung. Bei der Polemik geht es mittlerweile nicht mehr
darum, ob Pilger vor einer schrillen Homosexuellenparade erschrecken könnten:
Roms Stadtverwaltung und die italienische Regierung bemühen sich um
Minderheitenschutz auf der einen und ein gutes Verhältnis zum Vatikan auf der
anderen Seite.
Während die postfaschistische Partei Alleanza Nazionale ein generelles
Verbot der Veranstaltung fordert, dringen die Organisatoren der Parade auf
demokratische Grundrechte. Sie erwarten 200.000 Teilnehmer bei dem Marsch am 8.
Juli, den sie auf keinen Fall absagen wollen.
Unterstützung für die Homosexuellenverbände kommt mittlerweile auch aus
Deutschland. Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK)
erklärte am Dienstag, das Treffen sei keinesfalls ein Angriff auf die Kirche.
Zudem stellt sich die Union der jüdischen Gemeinden von Italien auf die Seite
der Homosexuellen, die in diesem Zusammenhang an die Verfolgung beider
Minderheiten in der NS-Zeit erinnert. Bis hin zu römisch-katholischen
Basisorganisationen reicht die Sympathiewelle für den World Gay Pride, zu
dem so berühmte Künstler wie der Filmregisseur Bernardo Bertolucci aufrufen.
Nun sei der Moment für ein Zeichen des gegenseitigen Verständnisses gekommen,
meint Sozialministerin Livia Turco.
Die Geschichte des Schwulen- und Lesbentreffens geht auf das Jahr 1969 zurück,
als die Polizei in einer Homosexuellenbar des Greenwich Village von New
York eine Razzia durchführte. Aus Protest gegen staatliche Willkür entstand
eine internationale Bewegung, die jedes Jahr in einer anderen Stadt den World
Gay Pride zelebriert.
(RPD/kipa) Der US-amerikanische Rat der Kirchen will sich auflösen, um einer
neuen Organisation für alle christlichen Kirchen den Weg zu bereiten. Dies habe
der Rat bei seiner jüngsten Sitzung in Washington beschlossen, berichtete die
Tageszeitung New York Times am vergangenen Mittwoch unter Berufung auf
Kirchenkreise.
Einige Ratsmitglieder seien beauftragt worden, mit anderen christlichen Kirchen,
insbesondere den Katholiken, Gespräche aufzunehmen. Im derzeitigen Rat der
Kirchen sind die großen protestantischen und orthodoxen Glaubensgemeinschaften
vertreten.
Die römisch-katholische Kirche ebenso wie die Südlichen Baptisten, die
größte protestantische Kirche der USA, gehören dem 35 Mitglieder zählenden
Gremium nicht an. Auch zahlreiche evangelikale Kirchen und die Pfingstler sind
im Kirchenrat nicht vertreten.
Deutscher neuer Präsident der Eurodiaconia
(RPD) An ihrer Jahresversammlung vom 19. 20. Mai haben die Delegierten
des Europäischen Verbandes für Diakonie Eurodiaconia in Zollikerberg
einige Schritte hin zu einem effizienten europäischen diakonischen Netzwerk
getan. So legten sie sich unter anderem auf Grundlinien einer gemeinsamen
Strategie fest. Die Delegierten vertraten mehrere hunderttausend Beschäftigte
in 44 kirchlich-sozialen Einrichtungen aus 22 Ländern.
Die Delegierten verabschiedeten ein Strategiepapier: Der Verband soll in Zukunft
seine Mitglieder mit Projekten und Dienstleistungen unterstützen, die diese nur
schwer allein ausführen können. So in der Ausbildung, der
Öffentlichkeitsarbeit, in der Finanzbeschaffung, mit theologischen Studien
sowie Lobbyaufgaben.
Hohe Priorität soll dabei der Dialog mit der Europäischen Union (EU)
einnehmen. Es ist unendlich viel zu tun in den nächsten zwei Jahren sagte
dazu der Präsident des Diakonischen Werkes der EKD, Jürgen Gohde. In der EU
zeige sich der Trend einer Entöffentlichung der Sozialarbeit. Dem müsse
die Eurodiaconia eine sozialpolitische Sicht entgegen stellen.
Weiter arbeiteten die Delegierten an einer gemeinsamen Charta der europäischen
diakonischen Werke, welche bei der Bratislava-Erklärung der Konferenz
Europäischen Kirchen (KEK) von 1994 anknüpft und eine gemeinsame Sicht der
kirchlichen Diakonie in Europa formulieren soll. Der Vorstand nahm den Auftrag
entgegen, die Charta noch griffiger und kürzer zu formulieren.
Die Delegierten sprachen sich auch für die Weiterarbeit an einem Studienpapier
aus, das diakonisches Handeln mit dem liturgischen Elementen im Gottesdienst,
insbesondere der Eucharistie, verbindet. Die Symbolik des Teilens am Abendmahl
bedeutet für die Diakonie das gemeinsame Teilen der irdischen Güter. Das
Papier soll die Verbindung von Verkündigung und Diakonie auch in der Gemeinde
deutlicher machen.
Schließlich bestellte die Eurodiaconia ihren jetzt neunköpfigen Vorstand neu.
Zum neuen Präsidenten wurde Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes
der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), gewählt. Er löst die Schweizer
Pfarrerin Sylvia Michel (Mönchaltorf ab. Vizepräsidentin wurde die Schwedin
Ninni Smedberg, Vizepräsident der Holländer Gysbert Boer.
(RPD/apd) Die christlichen Kirchen sind zur Randgruppe geworden. Zumindest in
der deutschen Medienberichterstattung spielen die Konfessionen und ihre
Wortführer eine untergeordnete Rolle. Das hat, nach Angaben der Presseagentur
AP, das Leipziger Institut für Medienanalysen in langfristigen
Untersuchungen von Tages- und Wochenzeitungen, Magazinen und Fernsehsendungen
herausgefunden.
Würde schließlich doch einmal über die Kirche berichtet, sei es meist die
katholische, wie Institutsleiter Reinhard Bohse sagte. Gerade 1,04 Prozent aller
Beiträge in 16 Medien galten im letzten Jahr hauptsächlich den Kirchen.
Hoch war dabei der Anteil der Katholiken: Von den 15 am häufigsten genannten
Kirchenvertretern gehörten elf dieser Konfession an. Das Gros der
Medienbeiträge befasste sich mit dem Konflikt der deutschen Bischöfe mit dem
Vatikan um den Ausstieg der katholischen Kirche aus der
Schwangerschaftskonfliktberatung.
Die Protestanten wurden dagegen mit diesem Thema fast gar nicht in Verbindung
gebracht, sagt Bohse. Eher kamen sie beim Thema Ladenschluss zu Wort. Die
evangelische Kirche erscheint weniger, kommt aber in den Medien etwas besser weg,
beschreibt er die Erfahrungen seines Instituts, das mit seiner Methode der
Medienanalyse in Deutschland einmalig sein dürfte.
Gründe dafür seien die eindeutigeren und überschaubareren organisatorischen
Strukturen, die optisch attraktiveren Amtstrachten und das nach außen
propagierten Bild der Katholiken. Was letztlich jedoch in den Medien über die
römisch-katholische Kirche berichtet werde und damit das öffentliche Bild
entscheidend präge, könne für die Würdenträger kaum befriedigend sein.
Bohse spricht von einem erstaunlich hohen Negativ-Anteil der Katholiken.
Einzige Ausnahme scheint die Reise des Papstes nach Israel gewesen zu sein. Doch
aus der vorübergehend großen Medienaufmerksamkeit habe die katholische Kirche
nach Ansicht der Medienforscher kein Kapital zur Verbesserung ihres Images
schlagen können. Die Entschuldigung Johannes Pauls II. für Verbrechen im Namen
der Kirche in der Vergangenheit sei nicht akzeptiert worden: Es war nicht
glaubwürdig genug für die Medien, meint Bohse.
(RPD/ekd) Am Dienstag, dem Jahrestag des Kriegsendes hat die Evangelische
Kirche in Deutschland (EKD) eine über viele Jahre heftig umstrittene Frage klar
beantwortet: Sie will nicht, dass Juden zum Ziel christlicher
Bekehrungskampagnen werden.
In der Erklärung zum jüdisch-christlichen Verhältnis, die eine 25-jährige
innerkirchliche Diskussion abschließt und die angesichts harter Debatten etwa
in der württembergischen evangelischen Landeskirche immer noch aktuell ist,
heißt es zur Absage an die Judenmission wörtlich: Eine Kirche, die sich
nicht mit allen ihr verfügbaren Mitteln in der Zeit tödlicher Bedrohung vor
ihre getauften Glieder jüdischer Herkunft gestellt hat, hat schwerlich die
Vollmacht zur Judenmission (
).
Soll das christlich-jüdische Verhältnis auf eine neue Basis gestellt werden,
so muss an die Stelle der Besitz ergreifenden Umarmung eine behutsame
Freundschaft treten mit so viel Distanz, wie der andere sie braucht. Die
Denkschrift kritisiert etwa ein oberflächliches Gedenken an den Holocaust: Es
ist nicht dasselbe, ob überlebende Opfer sich erinnern oder Täter.
Die EKD warnt auch vor aufdringlichen Annäherungsversuchen, etwa vor einem
unkritischen Verhältnis zum Staat Israel oder dem anscheinend populär
gewordenen Experiment, jüdische Traditionen in den christlichen Gottesdienst zu
integrieren. Juden sähen hierin eine missbräuchliche Verwendung, ja sogar
eine Enteignung jüdischer gottesdienstlicher Traditionen durch Christen.
Dieses Jahr kam es (vgl. RPD vom 5.5.2000) im deutschen Augsburg beispielsweise
zu einer Kontroverse: Einige Kirchgemeinden hatten zu Pessach jüdische Feiern
in eigener Regie angeboten. Sara Bergerhausen, Präsidentin der Augsburger
Israelitischen Kultusgemeinde, nannte dies öffentlich eine Anmaßung, da
die Christen zu diesem Fest keinen Bezug hätten.
(RPD/zoomtip) Das Journal of Religion and Film, herausgegeben von der
Universität of Nebraska at Omaha, befasst sich mit Filmen, die von religiösem
Standpunkt aus interessant sind. In Aufsätzen und Filmkritiken wird der
Darstellung und Verkörperung des Religiösen in Filmen nachgeforscht.
Dabei interessieren sich die Herausgeber nicht nur für Filme, die sich
vordergründig mit Religion befassen. Religiöser Gehalt wird vielmehr
verstanden als jede Auseinandersetzung mit der Sinnfrage, von Werten und
Spiritualität.
Die Themenpalette ist breit, sie reicht beispielsweise von der Frage nach
Gottesbildern im Film bis zur Darstellung des Buddhismus im amerikanischen Kino.
Der Schwerpunkt liegt auf dem zeitgenössischen Kinos Hollywoods, doch auch das
europäische Kino, alte Filme und Dokumentarfilme werden in die Analyse mit
einbezogen.
Weiterführende URL zum Thema:
http://www.unomaha.edu/~wwwjrf/
(RPD) Der evangelisch-lutherische Pfarrer Norbert Klein, 65 wurde dieser Tage
vom Minister für Post und Telekommunikation des südostasiatischen Königreichs
Kambodscha in einer öffentlichen Festrede offiziell der Titel eines Internet-Pioniers
verliehen.
Dies berichtet die deutsche Handelszeitung in ihrer Online-Ausgabe vom
Freitag. Der evangelische Pastor Norbert Klein kam als Entwicklungshelfer in das
südostasiatische Königreich Kambodscha und verschaffte dem Land Zugang zur
modernen Informationstechnologie. Heute mischt er sich als Hobbyjournalist
kräftig in die Politik ein.
Klein stammt aus der Evangelischen Kirche Bayerns und arbeitete viele Jahre im
Evangelischen Missionswerk in Hamburg. Klein führte die Länderabkürzung kh
für Kambodscha auf der internationalen Internet-Karte ein und verwaltete zwei
Jahre lang die Zuteilung von Internetadressen im Lande. Zu seinen Kunden zählt
heute noch die Botschaft Russlands das Post- und
Telekommunikationsministerium in Phnom Penh solange, bis es selbst seinen ersten
voll funktionsfähigen Internet-Provider installiert hatte.
Sein Meisterstück lieferte der Pfarrer mit der Verknüpfung eines Satzes
kambodschanischer Schriftzeichen mit dem E-Mail-System. Diese Arbeit setzt Klein
nun mit einem französischen Linguistiker, der zugleich Fachinformatiker ist,
fort, um die verschiedenen kambodschanischen Sprachfamilien für den PC zu
erschließen. Eine Sortiermaschine für das kambodschanische Alphabet und ein
automatischer Zeilenumbruch bei Spaltendruck gehört ebenfalls zu seinen
Innovationen.
Weiterführende URL zum Thema:
http://nsrc.org/db/lookup/operation=lookup-report/ID=890202380023:497428415/fromPage=KH
Umsetzung des Synodenbeschlusses der Rheinischen Landeskirche
(RPD/os) Am Sonntag hat in der Düsseldorfer Markusgemeinde erstmals nach dem
Beschluss der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland eine
gottesdienstliche Begleitung für ein lesbisches Paar im Hauptgottesdienst
stattgefunden. Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V.
sieht laut einer Medienmitteilung mit dieser ersten öffentlichen Feier den
Beschluss vom Januar umgesetzt, mit dem eine kirchliche Anerkennung
homosexueller Lebenspartnerschaften erfolgte.
Dieser ersten Segnungsfeier würden in den nächsten Wochen weitere folgen. Der
Kompromiss des Synodenbeschlusses verbietet eine zu große Nähe zu einem
Traugottesdienst, ohne dabei Vorschläge für einen Ablauf des Gottesdienst zu
bieten, schreibt die HuK in dem Communiqué. Die HuK fordert das
Landeskirchenamt daher auf, zügig an der Erarbeitung einer Agenda zu arbeiten
und die von der Markusgemeinde gewählte Form dabei zu berücksichtigen.
Gleichzeitig sieht die HuK auch eine Bestätigung ihrer jahrelangen Arbeit in
Gemeinden und Synoden, durch die eine positive Beurteilung der
gottesdienstlichen Begleitung von schwulen und lesbischen Paaren erreicht wurde.
Sie erhofft eine rege Nachfrage von schwulen und lesbischen Paaren nach einer
gottesdienstlichen Begleitung.
Nach dem Abklingen des Medieninteresses wird sich ein normaler Umgang in den
Gemeinden ergeben. Entsprechende Feiern werden bald zum Alltag in vielen
Gemeinden gehören, wertet Dr. Ben Khumalo, Vorstandsmitglied der HuK, die
Situation.
Auch für die katholische Kirche wünscht sich die HuK eine rege Diskussion
über die Möglichkeit einer Segnungsfeier für Schwule und Lesben in auf Dauer
angelegten Partnerschaften. Nachdem in der vergangenen Woche ein katholischer
Geistlicher ein schwules Paar aus pastoralen Erwägungen in einer privaten
Zeremonie den Segen erteilt hatte, wurde seitens des Würzburger
Generalvikariats und auch von Bischof Lehmann, dem Vorsitzenden der Deutschen
Katholischen Bischofskonferenz, die Ablehnung der Segnung wiederholt betont.
Dennoch sieht die HuK laut ihrer Mitteilung in dieser ersten öffentlichen
Diskussion auch die Chance, durch beharrliche Arbeit eine Änderung der
Auffassung zu erreichen.
Jüngster deutscher Bischof folgt päpstlichem Beispiel
(RPD/bmw) Mit einem einzigartigen persönlichen Schuldbekenntnis ist der
jüngste Bischof der römisch-katholischen Kirche in Deutschland, Franz-Josef
Bode, am Sonntag im Dom zu Osnabrück dem Beispiel Papst Johannes Paul II.
gefolgt. Neben dem Eingeständnis von Verfolgungen seitens seiner Kirche
äußerte er sich in einem Versöhnungsgottesdienst auch zu Fragen der
Sexualmoral. In sexuellen Fragen haben wir als Kirche meist nur Verbote und
Gebote ausgesprochen, statt das Suchen junger Menschen nach Orientierung und
Sinnerfüllung ernst zu nehmen, so der Bischof.
Bode nahm dabei auch Bezug auf einen Vorfall, der sich vor einigen Jahren in
seinem eigenen Bistum ereignet hatte. Damals hatte sich ein Priester an
Messdienern vergangen. Er erhielt eine Freiheitsstrafe auf Bewährung. Manchmal
haben sogar Priester und Ordensleute die ihnen anvertrauten Kinder und
Jugendlichen geistig und körperlich missbraucht, bekannte der Bischof vor
seiner Gemeinde.
Wie Diözesansprecher Hermann Haarmann in Osnabrück mitteilte, handelt es sich
bei dem Schuldbekenntnis Bodes um eine Eigeninitiative. Bislang habe es noch
kein weiteres Bekenntnis seitens deutscher Bischöfe gegeben. Dafür hatte der
Papst am 12. März in einem historischen Akt ein Schuldbekenntnis seiner Kirche
abgelegt.
In Deutschland gibt es 26 römisch-katholische Diözesen. Bischof Franz-Josef
Bode ist mit 49 Jahren der jüngste der deutschen Bischöfe Er ist zugleich
Jugendbischof seiner Kirche.
(RPD) Bischof John Shelby Spong, pensionierter Bischof der amerikanischen
Episkopalkirche sorgt in den USA für Aufsehen: In einer erotischen
Internet-Kolumne stellt er die zehn Gebote als frauenfeindlich dar. Er
kritisiert darüber hinaus, dass Sex und Schuld in der Gesellschaft viel zu eng
miteinander verbunden seien, und dass Religion die Sexualität unterdrücke.
Naturreligionen, so Spong in seiner Kolumne, pflegten besonders das weibliche
Bild von Göttern. Zu erkennen sei dies, so Spong, noch immer an Begriffen wie
Mother Earth Mutter Erde oder Mother Nature Mutter Natur,
die fest in unserem Sprachgebrauch verankert seien.
Im Umfeld der Kolumne, für die Spong nach Auskunft des Verantwortlichen der
Website, einen Vertrag über ein Jahr unterschrieben hat, sind unter anderem
Bilder erotischer Kunst zu sehen. Auch die Kolumne eines ehemaligen Porno-Stars
findet sich auf der Website.
Der 69-jährige Spong ist, so biografische Informationen auf der Website, vor
vier Monaten als Leiter der Diözese von Newark im Bundesstaat New Jersey
zurückgetreten, um künftig mehr Vorträge zu halten und Artikel zu schreiben.
Spong zog nach Agenturmeldungen bereits öfter wegen seiner liberalen Haltung
Ärger auf sich. Insbesondere für seine Zustimmung zu schwulen Geistlichen fand
er in der Öffentlichkeit wenig Freunde.
http://www.ThePosition.com/takingpositions/thereligiouswrite/00/06/05/10command/default.htm
(RPD/idea) Wenn Jesus nicht tot ist, kann er seine Persönlichkeitsrechte
auch selbst wahrnehmen.
Während manche Theologen zweifeln, ob Jesus tatsächlich leiblich auferstanden
ist, hat sich das Verwaltungsgericht München jetzt in einem Verfahren
ausdrücklich auf die Auferstehung berufen.
Die 29. Kammer hatte sich mit der Klage von drei Mitgliedern der religiösen
Sondergemeinschaft Universelles Leben (Würzburg) zu befassen, die den
Kirchen wegen ihrer blutigen Geschichte Judenverfolgung, Hexenverbrennung,
Inquisition bestreiten wollten, sich auf Jesus zu gründen und christlich
zu nennen. Die drei Kläger- frühere römisch-katholische und evangelische
Pfarrer und Religionslehrer- begründeten ihre Befugnis damit, dass sie geistige
Nachkommen von Jesus seien und dessen postmortalen Persönlichkeitsschutz
wahrnähmen.
Das wies das Gericht unter dem Vorsitzenden Volker Berberich zurück: Jesus sei
den Glaubenslehren zufolge schließlich vom Tode auferstanden. Wenn er aber
nicht tot sei, müsste er aus juristischer Sicht auch seine Interessen selbst
vertreten können.
Postmortalen Persönlichkeitsschutz könnten zudem nur Verwandte
wahrnehmen. Das zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtete Gericht könne
aber die Frage, wer wirklich mit Jesus verwandt sei, nicht entscheiden. Es wies
die Klage deshalb zurück. Die drei Theologen von Universelles Leben waren
zuvor bereits mit einer ähnlichen Klage gegen die CSU gescheitert.