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Vatikan-Astronom: Vorstellung vom Schöpfergott ändern

Priester wegen Teilnahme am ökumenischem Mahl suspendiert

Geheimakte Karl May

Homosexuellenparade in Rom: Streit spitzt sich zu

Neue gemeinsame Organisation für US-Kirchen

Europäische Diakonie will Profil zeigen

Kirchen in der Medienberichterstattung eine Randgruppe

EKD: Keine Judenmission mehr

Im Internet: Journal für Religion und Film

Evangelischer Pfarrer brachte Kambodscha ins Web

Gottesdienstliche Begleitung für lesbisches Paar

Versagen in Fragen der Sexualmoral

Ex-Bischof predigt auf Erotik-Site

Gericht beruft sich auf die Auferstehung

Vatikan-Astronom: Vorstellung vom Schöpfergott ändern

(RPD/kipa) Eine veränderte Vorstellung von Gott als Schöpfer der Welt hat der oberste Astronom des Vatikan, der amerikanische Jesuitenpater George V. Coyne, auf der Grundlage der neueren astronomischen Forschung angeregt. In einem Artikel der Vatikanzeitung „L‘Osservatore Romano“ entwarf der Direktor der vatikanischen Sternwarte eine Vorstellung von Gott, die von traditionellen Begriffen wie „Schöpfungsplan“ abweicht und modernen kosmologischen Theorien Rechnung trägt.
Im einzelnen, schrieb Coyne, müsse das Gottesbild der Theologen, insofern es um das rationale Begreifen der offenbarten Wahrheit gehe, den Entwicklungen des menschlichen Denkens angepasst werden. Auch die Vorstellung vom Schöpfergott müsse den Begriffen der modernen Kosmologie entsprechen.
In diesem Sinne sei Gott als Schöpfer eines Universums zu begreifen, in dem „das Ziel und der Plan der Schöpfung nicht die einzigen und nicht einmal die wichtigsten Faktoren“ seien, sondern in dem „Spontaneität und Unbestimmtheit entscheidend zur Entwicklung eines Universums beigetragen haben, in dem das Leben erschienen ist.“
Ein „allmächtiger und allwissender Gott im Sinne eines Newtonschen Universums, in dem alles vorherbestimmt und deterministisch ist“, entspreche nicht dem heutigen wissenschaftlichen Kenntnisstand, schrieb der amerikanische Jesuit weiter, der die vatikanische Sternwarte seit 1978 leitet.
Coyne argumentierte ferner, das neue Bild von Gott als Schöpfer eines für zufällige Entwicklungen offenen Universums entspreche durchaus der biblischen Offenbarung. Diese schildere den Schöpfer in seiner Haltung gegenüber den Geschöpfen nicht als Gott des Zwangs, sondern als Gott, der die Menschen zur Teilnahme am Schöpfungswerk einlade.
Trotz weitgehender Übereinstimmung mit der modernen Kosmologie distanzierte sich Coyne jedoch von einem „Trend“ in der heutigen Wissenschaft, die Gott nicht als Person begreife, sondern als bloße Erklärungsformel für die Welt. Für den Theologen und Gläubigen sei Gott jedoch wesentlich mehr als dies, und mehr als eine bloße Information, betonte Coyne in seinem Artikel, der anlässlich der Heilig-Jahr-Feier der Wissenschafter in der Vatikanzeitung erschien.

Priester wegen Teilnahme am ökumenischem Mahl suspendiert

(RPD/kipa) Hermann Münzel (65), Priester des Bistums Trier, ist wegen seines Mitwirkens an einer ökumenischen Abendmahlfeier am Rande des Hamburger Katholikentags von Bischof Hermann Josef Spital suspendiert worden. Das Kirchenrecht verbietet katholischen Geistlichen die Teilnahme an einer solchen Feier.
Spital habe deshalb dem Geistlichen, der auch als Religionslehrer tätig ist, alle priesterlichen Handlungen „bis auf Widerruf“ untersagt, teilte die Pressestelle der Diözese am Mittwoch in Trier mit.
Vier Geistliche verschiedener christlicher Konfessionen, darunter auch Münzel, hatten am vergangenen Freitag Abend in einer evangelischen Hamburger Kirche ein ökumenisches Abendmahl mit rund 450 Teilnehmern gefeiert. Dabei sprach die Gemeinde gemeinsam mit den Geistlichen die zentralen Einsetzungsworte der Wandlung.
Der Bischof habe Münzel in einem Schreiben daran erinnert, dass er ihn bereits früher vor dem Priesterrat des Bistums verwarnt habe. Eine Aufhebung der Suspendierung setze nun voraus, dass Münzel öffentlich glaubhaft mache, dass er sein Handeln bedaure und eine Wiederholung ausschließe. Dies müsse nach Anordnung des Bischofs vor dem Priesterrat des Bistums geschehen.
Münzel, so das Bistum weiter, habe beim Katholikentag gegen das Verbot der verantwortlichen Bischöfe und der evangelischen Bischöfin Maria Jepsen eine Messe in Interzelebration gefeiert. Eine gemeinsame Eucharistiefeier mit nichtkatholischen Amtsträgern sei laut Kanon 908 des Kirchenrechts untersagt, ein Zuwiderhandeln sei nach Kanon 1365 mit einer gerechten Strafe zu belegen.

Geheimakte Karl May

(RPD/kipa) Im Archiv der vatikanischen Glaubenskongregation, das seit 1998 für die Wissenschaft zugänglich ist, befindet sich eine Akte über den deutschen Volksschriftsteller Karl May. Wie die „Welt am Sonntag“ in ihrer jüngsten Ausgabe berichtet, war der beliebte Romanautor 1910 von einem „anonymen Denunzianten aus Deutschland angezeigt worden, weil er in seinen Spätwerken „Ideologien von einer universellen Weltreligion“ verbreitet habe.
Die Werke Mays sollten nach Darstellung des Blattes auf den 1967 aufgelösten „Index Romanus“ der verbotenen Bücher gesetzt werden. Dies sei aber unterblieben, weil die Kongregation befürchtet habe, das Interesse der Leser mit einer solchen Maßnahme anzufachen.
Entdeckt wurde die Akte laut „Welt am Sonntag“ von dem Frankfurter Kirchenhistoriker Hubert Wolf, Leiter des Projekts „Römische Inquisition und Index“ bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Den Fund der May-Akte bezeichnete der Historiker als Glücksgriff.
Der 1842 geborene Erfolgsautor, ein Protestant, habe im Bewusstsein der Öffentlichkeit lange Jahre über als Katholik gegolten, so Wolf. Vor allem in seinen „Winnetou“-Bänden stellte May nach den Worten des Wissenschafters den berühmten Indianerhäuptlings als Marienverehrer dar. In der Reihe „Schut“ habe der Autor die Überlegenheit des Christentums gegenüber dem Islam herausgestrichen.
Erst in seinem Spätwerk entwarf der 1912 verstorbene Schriftsteller das Bild einer Einheitsreligion, die das Gute aller Weltreligionen vereinte. Wolf: „Diese eher langweiligen Werke haben dazu geführt, dass er in Rom angezeigt wurde.“ Der anonyme Denunziant stammt nach Erkenntnissen des Historikers vermutlich aus dem Rheinland, wie der Anzeige beigelegte „Schmähartikel aus Regionalzeitungen“ vermuten ließen

Homosexuellenparade in Rom: Streit spitzt sich zu

(Bettina Gabbe für RPD/sda/dpa) Der Streit um eine bunte Homosexuellen-Parade im „Heiligen Jahr“ in Rom spaltet nicht nur die Mitte-Links-Regierung von Italien. Mittlerweile haben sich auch Ehefrauen der Politiker öffentlich demonstrativ gegen ihre Männer und auf die Seite der Befürworter des internationalen Treffens gestellt.
Vor wenigen Tagen hatte der italienische Ministerpräsident Giuliano Amato den „World Gay Pride“ angesichts des „Heiligen Jahres“ als inopportun bezeichnet. Roms Bürgermeister Francesco Rutelli kündigte nun die Zusammenarbeit bei der Veranstaltung auf und zog das zugesagte Geld der Stadt von umgerechnet etwa 300.000 Schweizer Franken zurück.
Die Organisatoren des für Juli geplanten einwöchigen Treffens, mit der Parade als Höhepunkt, werfen dem Bürgermeister nun vor, sich dem Willen des Vatikans gebeugt zu haben. Sie bestehen auf dem Festival, das sie seit 1997 planen. Die Ministerin für Gleichberechtigung, Katia Bellillo, sieht gar die demokratische und laizistische Rolle der Republik, die Trennung von Kirche und Staat, auf dem Spiel stehen.
Der jüngste Schritt des römischen Bürgermeisters verhärtete die Fronten im Streit um die Veranstaltung. Bei der Polemik geht es mittlerweile nicht mehr darum, ob Pilger vor einer schrillen Homosexuellenparade erschrecken könnten: Roms Stadtverwaltung und die italienische Regierung bemühen sich um Minderheitenschutz auf der einen und ein gutes Verhältnis zum Vatikan auf der anderen Seite.
Während die postfaschistische Partei „Alleanza Nazionale“ ein generelles Verbot der Veranstaltung fordert, dringen die Organisatoren der Parade auf demokratische Grundrechte. Sie erwarten 200.000 Teilnehmer bei dem Marsch am 8. Juli, den sie auf keinen Fall absagen wollen.
Unterstützung für die Homosexuellenverbände kommt mittlerweile auch aus Deutschland. Die Ökumenische Arbeitsgruppe „Homosexuelle und Kirche“ (HuK) erklärte am Dienstag, das Treffen sei keinesfalls ein Angriff auf die Kirche.
Zudem stellt sich die Union der jüdischen Gemeinden von Italien auf die Seite der Homosexuellen, die in diesem Zusammenhang an die Verfolgung beider Minderheiten in der NS-Zeit erinnert. Bis hin zu römisch-katholischen Basisorganisationen reicht die Sympathiewelle für den „World Gay Pride“, zu dem so berühmte Künstler wie der Filmregisseur Bernardo Bertolucci aufrufen. Nun sei der Moment für ein Zeichen des gegenseitigen Verständnisses gekommen, meint Sozialministerin Livia Turco.
Die Geschichte des Schwulen- und Lesbentreffens geht auf das Jahr 1969 zurück, als die Polizei in einer Homosexuellenbar des „Greenwich Village“ von New York eine Razzia durchführte. Aus Protest gegen staatliche Willkür entstand eine internationale Bewegung, die jedes Jahr in einer anderen Stadt den „World Gay Pride“ zelebriert.

Neue gemeinsame Organisation für US-Kirchen

(RPD/kipa) Der US-amerikanische Rat der Kirchen will sich auflösen, um einer neuen Organisation für alle christlichen Kirchen den Weg zu bereiten. Dies habe der Rat bei seiner jüngsten Sitzung in Washington beschlossen, berichtete die Tageszeitung „New York Times“ am vergangenen Mittwoch unter Berufung auf Kirchenkreise.
Einige Ratsmitglieder seien beauftragt worden, mit anderen christlichen Kirchen, insbesondere den Katholiken, Gespräche aufzunehmen. Im derzeitigen Rat der Kirchen sind die großen protestantischen und orthodoxen Glaubensgemeinschaften vertreten.
Die römisch-katholische Kirche ebenso wie die Südlichen Baptisten, die größte protestantische Kirche der USA, gehören dem 35 Mitglieder zählenden Gremium nicht an. Auch zahlreiche evangelikale Kirchen und die Pfingstler sind im Kirchenrat nicht vertreten.

Europäische Diakonie will Profil zeigen

Deutscher neuer Präsident der Eurodiaconia

(RPD) An ihrer Jahresversammlung vom 19. – 20. Mai haben die Delegierten des Europäischen Verbandes für Diakonie – Eurodiaconia – in Zollikerberg einige Schritte hin zu einem effizienten europäischen diakonischen Netzwerk getan. So legten sie sich unter anderem auf Grundlinien einer gemeinsamen Strategie fest. Die Delegierten vertraten mehrere hunderttausend Beschäftigte in 44 kirchlich-sozialen Einrichtungen aus 22 Ländern.
Die Delegierten verabschiedeten ein Strategiepapier: Der Verband soll in Zukunft seine Mitglieder mit Projekten und Dienstleistungen unterstützen, die diese nur schwer allein ausführen können. So in der Ausbildung, der Öffentlichkeitsarbeit, in der Finanzbeschaffung, mit theologischen Studien sowie Lobbyaufgaben.
Hohe Priorität soll dabei der Dialog mit der Europäischen Union (EU) einnehmen. „Es ist unendlich viel zu tun in den nächsten zwei Jahren“ sagte dazu der Präsident des Diakonischen Werkes der EKD, Jürgen Gohde. In der EU zeige sich der Trend einer „Entöffentlichung“ der Sozialarbeit. Dem müsse die Eurodiaconia eine sozialpolitische Sicht entgegen stellen.
Weiter arbeiteten die Delegierten an einer gemeinsamen Charta der europäischen diakonischen Werke, welche bei der Bratislava-Erklärung der Konferenz Europäischen Kirchen (KEK) von 1994 anknüpft und eine gemeinsame Sicht der kirchlichen Diakonie in Europa formulieren soll. Der Vorstand nahm den Auftrag entgegen, die Charta noch griffiger und kürzer zu formulieren.
Die Delegierten sprachen sich auch für die Weiterarbeit an einem Studienpapier aus, das diakonisches Handeln mit dem liturgischen Elementen im Gottesdienst, insbesondere der Eucharistie, verbindet. Die Symbolik des Teilens am Abendmahl bedeutet für die Diakonie das gemeinsame Teilen der irdischen Güter. Das Papier soll die Verbindung von Verkündigung und Diakonie auch in der Gemeinde deutlicher machen.
Schließlich bestellte die Eurodiaconia ihren jetzt neunköpfigen Vorstand neu. Zum neuen Präsidenten wurde Jürgen Gohde, Präsident des Diakonischen Werkes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), gewählt. Er löst die Schweizer Pfarrerin Sylvia Michel (Mönchaltorf ab. Vizepräsidentin wurde die Schwedin Ninni Smedberg, Vizepräsident der Holländer Gysbert Boer.

Die Kirchen in Deutschland sind in der Medienberichterstattung eine Randgruppe

(RPD/apd) Die christlichen Kirchen sind zur Randgruppe geworden. Zumindest in der deutschen Medienberichterstattung spielen die Konfessionen und ihre Wortführer eine untergeordnete Rolle. Das hat, nach Angaben der Presseagentur AP, das Leipziger Institut für Medienanalysen in „langfristigen“ Untersuchungen von Tages- und Wochenzeitungen, Magazinen und Fernsehsendungen herausgefunden.
Würde schließlich doch einmal über die Kirche berichtet, sei es meist die katholische, wie Institutsleiter Reinhard Bohse sagte. Gerade 1,04 Prozent aller Beiträge in 16 Medien galten im letzten Jahr hauptsächlich den Kirchen.
Hoch war dabei der Anteil der Katholiken: Von den 15 am häufigsten genannten Kirchenvertretern gehörten elf dieser Konfession an. Das Gros der Medienbeiträge befasste sich mit dem Konflikt der deutschen Bischöfe mit dem Vatikan um den Ausstieg der katholischen Kirche aus der Schwangerschaftskonfliktberatung.
Die Protestanten wurden dagegen mit diesem Thema fast gar nicht in Verbindung gebracht, sagt Bohse. Eher kamen sie beim Thema Ladenschluss zu Wort. „Die evangelische Kirche erscheint weniger, kommt aber in den Medien etwas besser weg“, beschreibt er die Erfahrungen seines Instituts, das mit seiner Methode der Medienanalyse in Deutschland einmalig sein dürfte.
Gründe dafür seien die eindeutigeren und überschaubareren organisatorischen Strukturen, die optisch attraktiveren Amtstrachten und das nach außen propagierten Bild der Katholiken. Was letztlich jedoch in den Medien über die römisch-katholische Kirche berichtet werde und damit das öffentliche Bild entscheidend präge, könne für die Würdenträger kaum befriedigend sein. Bohse spricht von einem „erstaunlich hohen Negativ-Anteil“ der Katholiken.
Einzige Ausnahme scheint die Reise des Papstes nach Israel gewesen zu sein. Doch aus der vorübergehend großen Medienaufmerksamkeit habe die katholische Kirche nach Ansicht der Medienforscher kein Kapital zur Verbesserung ihres Images schlagen können. Die Entschuldigung Johannes Pauls II. für Verbrechen im Namen der Kirche in der Vergangenheit sei nicht akzeptiert worden: „Es war nicht glaubwürdig genug für die Medien“, meint Bohse.

EKD: Keine Judenmission mehr

(RPD/ekd) Am Dienstag, dem Jahrestag des Kriegsendes hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) eine über viele Jahre heftig umstrittene Frage klar beantwortet: Sie will nicht, dass Juden zum Ziel christlicher Bekehrungskampagnen werden.
In der Erklärung zum jüdisch-christlichen Verhältnis, die eine 25-jährige innerkirchliche Diskussion abschließt und die angesichts harter Debatten etwa in der württembergischen evangelischen Landeskirche immer noch aktuell ist, heißt es zur Absage an die Judenmission wörtlich: „Eine Kirche, die sich nicht mit allen ihr verfügbaren Mitteln in der Zeit tödlicher Bedrohung vor ihre getauften Glieder jüdischer Herkunft gestellt hat, hat schwerlich die Vollmacht zur Judenmission (…).
Soll das christlich-jüdische Verhältnis auf eine neue Basis gestellt werden, so muss an die Stelle der Besitz ergreifenden Umarmung eine behutsame Freundschaft treten mit so viel Distanz, wie der andere sie braucht.“ Die Denkschrift kritisiert etwa ein oberflächliches Gedenken an den Holocaust: „Es ist nicht dasselbe, ob überlebende Opfer sich erinnern oder Täter.“
Die EKD warnt auch vor aufdringlichen Annäherungsversuchen, etwa vor einem unkritischen Verhältnis zum Staat Israel oder dem anscheinend populär gewordenen Experiment, jüdische Traditionen in den christlichen Gottesdienst zu integrieren. Juden sähen hierin „eine missbräuchliche Verwendung, ja sogar eine „Enteignung“ jüdischer gottesdienstlicher Traditionen durch Christen“.
Dieses Jahr kam es (vgl. RPD vom 5.5.2000) im deutschen Augsburg beispielsweise zu einer Kontroverse: Einige Kirchgemeinden hatten zu Pessach jüdische Feiern „in eigener Regie“ angeboten. Sara Bergerhausen, Präsidentin der Augsburger Israelitischen Kultusgemeinde, nannte dies öffentlich eine „Anmaßung“, da die Christen zu diesem Fest keinen Bezug hätten.

Im Internet: Journal für Religion und Film

(RPD/zoomtip) Das „Journal of Religion and Film“, herausgegeben von der Universität of Nebraska at Omaha, befasst sich mit Filmen, die von religiösem Standpunkt aus interessant sind. In Aufsätzen und Filmkritiken wird der Darstellung und Verkörperung des Religiösen in Filmen nachgeforscht.
Dabei interessieren sich die Herausgeber nicht nur für Filme, die sich vordergründig mit Religion befassen. Religiöser Gehalt wird vielmehr verstanden als jede Auseinandersetzung mit der Sinnfrage, von Werten und Spiritualität.
Die Themenpalette ist breit, sie reicht beispielsweise von der Frage nach Gottesbildern im Film bis zur Darstellung des Buddhismus im amerikanischen Kino. Der Schwerpunkt liegt auf dem zeitgenössischen Kinos Hollywoods, doch auch das europäische Kino, alte Filme und Dokumentarfilme werden in die Analyse mit einbezogen.
Weiterführende URL zum Thema:
http://www.unomaha.edu/~wwwjrf/

Evangelischer Pfarrer brachte Kambodscha ins Web

(RPD) Der evangelisch-lutherische Pfarrer Norbert Klein, 65 wurde dieser Tage vom Minister für Post und Telekommunikation des südostasiatischen Königreichs Kambodscha in einer öffentlichen Festrede offiziell der Titel eines „Internet-Pioniers“ verliehen.
Dies berichtet die deutsche „Handelszeitung“ in ihrer Online-Ausgabe vom Freitag. Der evangelische Pastor Norbert Klein kam als Entwicklungshelfer in das südostasiatische Königreich Kambodscha und verschaffte dem Land Zugang zur modernen Informationstechnologie. Heute mischt er sich als Hobbyjournalist kräftig in die Politik ein.
Klein stammt aus der Evangelischen Kirche Bayerns und arbeitete viele Jahre im Evangelischen Missionswerk in Hamburg. Klein führte die Länderabkürzung „kh“ für Kambodscha auf der internationalen Internet-Karte ein und verwaltete zwei Jahre lang die Zuteilung von Internetadressen im Lande. Zu seinen Kunden zählt heute noch die Botschaft Russlands – das Post- und Telekommunikationsministerium in Phnom Penh solange, bis es selbst seinen ersten voll funktionsfähigen Internet-Provider installiert hatte.
Sein Meisterstück lieferte der Pfarrer mit der Verknüpfung eines Satzes kambodschanischer Schriftzeichen mit dem E-Mail-System. Diese Arbeit setzt Klein nun mit einem französischen Linguistiker, der zugleich Fachinformatiker ist, fort, um die verschiedenen kambodschanischen Sprachfamilien für den PC zu erschließen. Eine Sortiermaschine für das kambodschanische Alphabet und ein automatischer Zeilenumbruch bei Spaltendruck gehört ebenfalls zu seinen Innovationen.
Weiterführende URL zum Thema:

http://nsrc.org/db/lookup/operation=lookup-report/ID=890202380023:497428415/fromPage=KH

Gottesdienstliche Begleitung für lesbisches Paar

Umsetzung des Synodenbeschlusses der Rheinischen Landeskirche

(RPD/os) Am Sonntag hat in der Düsseldorfer Markusgemeinde erstmals nach dem Beschluss der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland eine gottesdienstliche Begleitung für ein lesbisches Paar im Hauptgottesdienst stattgefunden. Die Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e.V. sieht laut einer Medienmitteilung mit dieser ersten öffentlichen Feier den Beschluss vom Januar umgesetzt, mit dem eine kirchliche Anerkennung homosexueller Lebenspartnerschaften erfolgte.
Dieser ersten Segnungsfeier würden in den nächsten Wochen weitere folgen. Der Kompromiss des Synodenbeschlusses verbietet eine zu große Nähe zu einem Traugottesdienst, ohne dabei Vorschläge für einen Ablauf des Gottesdienst zu bieten, schreibt die HuK in dem Communiqué. Die HuK fordert das Landeskirchenamt daher auf, zügig an der Erarbeitung einer Agenda zu arbeiten und die von der Markusgemeinde gewählte Form dabei zu berücksichtigen.
Gleichzeitig sieht die HuK auch eine Bestätigung ihrer jahrelangen Arbeit in Gemeinden und Synoden, durch die eine positive Beurteilung der gottesdienstlichen Begleitung von schwulen und lesbischen Paaren erreicht wurde. Sie erhofft eine rege Nachfrage von schwulen und lesbischen Paaren nach einer gottesdienstlichen Begleitung.
„Nach dem Abklingen des Medieninteresses wird sich ein normaler Umgang in den Gemeinden ergeben. Entsprechende Feiern werden bald zum Alltag in vielen Gemeinden gehören“, wertet Dr. Ben Khumalo, Vorstandsmitglied der HuK, die Situation.
Auch für die katholische Kirche wünscht sich die HuK eine rege Diskussion über die Möglichkeit einer Segnungsfeier für Schwule und Lesben in auf Dauer angelegten Partnerschaften. Nachdem in der vergangenen Woche ein katholischer Geistlicher ein schwules Paar aus pastoralen Erwägungen in einer privaten Zeremonie den Segen erteilt hatte, wurde seitens des Würzburger Generalvikariats und auch von Bischof Lehmann, dem Vorsitzenden der Deutschen Katholischen Bischofskonferenz, die Ablehnung der Segnung wiederholt betont.
Dennoch sieht die HuK laut ihrer Mitteilung in dieser ersten öffentlichen Diskussion auch die Chance, durch beharrliche Arbeit eine Änderung der Auffassung zu erreichen.

Versagen in Fragen der Sexualmoral

Jüngster deutscher Bischof folgt päpstlichem Beispiel

(RPD/bmw) Mit einem einzigartigen persönlichen Schuldbekenntnis ist der jüngste Bischof der römisch-katholischen Kirche in Deutschland, Franz-Josef Bode, am Sonntag im Dom zu Osnabrück dem Beispiel Papst Johannes Paul II. gefolgt. Neben dem Eingeständnis von Verfolgungen seitens seiner Kirche äußerte er sich in einem Versöhnungsgottesdienst auch zu Fragen der Sexualmoral. „In sexuellen Fragen haben wir als Kirche meist nur Verbote und Gebote ausgesprochen, statt das Suchen junger Menschen nach Orientierung und Sinnerfüllung ernst zu nehmen“, so der Bischof.
Bode nahm dabei auch Bezug auf einen Vorfall, der sich vor einigen Jahren in seinem eigenen Bistum ereignet hatte. Damals hatte sich ein Priester an Messdienern vergangen. Er erhielt eine Freiheitsstrafe auf Bewährung. „Manchmal haben sogar Priester und Ordensleute die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen geistig und körperlich missbraucht“, bekannte der Bischof vor seiner Gemeinde.
Wie Diözesansprecher Hermann Haarmann in Osnabrück mitteilte, handelt es sich bei dem Schuldbekenntnis Bodes um eine Eigeninitiative. Bislang habe es noch kein weiteres Bekenntnis seitens deutscher Bischöfe gegeben. Dafür hatte der Papst am 12. März in einem historischen Akt ein Schuldbekenntnis seiner Kirche abgelegt.
In Deutschland gibt es 26 römisch-katholische Diözesen. Bischof Franz-Josef Bode ist mit 49 Jahren der jüngste der deutschen Bischöfe Er ist zugleich Jugendbischof seiner Kirche.

Ex-Bischof predigt auf Erotik-Site

(RPD) Bischof John Shelby Spong, pensionierter Bischof der amerikanischen Episkopalkirche sorgt in den USA für Aufsehen: In einer erotischen Internet-Kolumne stellt er die zehn Gebote als frauenfeindlich dar. Er kritisiert darüber hinaus, dass Sex und Schuld in der Gesellschaft viel zu eng miteinander verbunden seien, und dass Religion die Sexualität unterdrücke.
Naturreligionen, so Spong in seiner Kolumne, pflegten besonders das weibliche Bild von Göttern. Zu erkennen sei dies, so Spong, noch immer an Begriffen wie „Mother Earth – Mutter Erde“ oder „Mother Nature – Mutter Natur“, die fest in unserem Sprachgebrauch verankert seien.
Im Umfeld der Kolumne, für die Spong nach Auskunft des Verantwortlichen der Website, einen Vertrag über ein Jahr unterschrieben hat, sind unter anderem Bilder erotischer Kunst zu sehen. Auch die Kolumne eines ehemaligen Porno-Stars findet sich auf der Website.
Der 69-jährige Spong ist, so biografische Informationen auf der Website, vor vier Monaten als Leiter der Diözese von Newark im Bundesstaat New Jersey zurückgetreten, um künftig mehr Vorträge zu halten und Artikel zu schreiben. Spong zog nach Agenturmeldungen bereits öfter wegen seiner liberalen Haltung Ärger auf sich. Insbesondere für seine Zustimmung zu schwulen Geistlichen fand er in der Öffentlichkeit wenig Freunde.
http://www.ThePosition.com/takingpositions/thereligiouswrite/00/06/05/10command/default.htm

Gericht beruft sich auf die Auferstehung

(RPD/idea) Wenn Jesus nicht tot ist, kann er seine Persönlichkeitsrechte auch selbst wahrnehmen.
Während manche Theologen zweifeln, ob Jesus tatsächlich leiblich auferstanden ist, hat sich das Verwaltungsgericht München jetzt in einem Verfahren ausdrücklich auf die Auferstehung berufen.
Die 29. Kammer hatte sich mit der Klage von drei Mitgliedern der religiösen Sondergemeinschaft „Universelles Leben” (Würzburg) zu befassen, die den Kirchen wegen ihrer blutigen Geschichte – Judenverfolgung, Hexenverbrennung, Inquisition – bestreiten wollten, sich auf Jesus zu gründen und „christlich“ zu nennen. Die drei Kläger- frühere römisch-katholische und evangelische Pfarrer und Religionslehrer- begründeten ihre Befugnis damit, dass sie geistige Nachkommen von Jesus seien und dessen „postmortalen Persönlichkeitsschutz“ wahrnähmen.
Das wies das Gericht unter dem Vorsitzenden Volker Berberich zurück: Jesus sei den Glaubenslehren zufolge schließlich vom Tode auferstanden. Wenn er aber nicht tot sei, müsste er aus juristischer Sicht auch seine Interessen selbst vertreten können.
„Postmortalen Persönlichkeitsschutz” könnten zudem nur Verwandte wahrnehmen. Das zur weltanschaulichen Neutralität verpflichtete Gericht könne aber die Frage, wer wirklich mit Jesus verwandt sei, nicht entscheiden. Es wies die Klage deshalb zurück. Die drei Theologen von „Universelles Leben” waren zuvor bereits mit einer ähnlichen Klage gegen die CSU gescheitert.

 

Letzte Aktualisierung: 18.12.03

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