TRANSPARENTonline

für die kritische Masse in der Rheinischen Kirche

Nr. 88

editorial

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April! April!


Liebe(r) LeserIn,

es sollten eigentlich Abo-Rechnung und neues Heft synchron im Kasten liegen, damit es bei uns im Kasten klingelt – leider machte die ehrenamtliche Struktur der Transparent-Redaktionsarbeit das pünktliche Erscheinen unmöglich.

Somit kommt ein Frühlings-Heft mit relativ bunter Mischung auf den Tisch, in dessen Mitte (wieder einmal) D. Bonhoeffer steht. Es scheint, dass wir uns mit seinen theologischen Einsichten immer noch und immer stärker auseinandersetzen müssen. Die Frage nach Frieden(sdienst) und sozialer Gerechtigkeit bleibt auf der Agenda.

Auch und gerade dann, wenn landeskirchliche Immobilienverkäufe an Abnehmer gehen, deren geistliches Profil eher an Renn-slics als an All-terrain-pneus denken lässt. Frömmigkeit gut und schön – aber doch bitte im Sölle‘schen Sinn von Spiritualität und Kampf und nicht im Sinne von Friede-Freude-Eierkuchen und dunklen Finanzierungskanälen. Der Rückzug ins Fromme und Private ist eine politische Kapitulation vor den widergöttlichen Mächten (und Mächtigen).

Wir möchten zusammen mit unseren westfälischen FreundInnen von Amos zur Diskussion darüber unter unseren LeserInnen anregen – bitten nehmen Sie daran teil! Kontakte über Brief, Fax und Email sind willkommen.

Personen, von denen wir berichten:

Dr. jur. Martin Gauger, Dr. theol. Josef Ratzinger, Uwe Seidel, Andreas D‘Souza, Sam Kobia.

Diesmal werfen wir auch einige Lichter auf den ÖRK und seine Entwicklungen. Auch wenn es dort „menschelt“ und ein gekaufter Titel zum Rücktritt zwingt, ist das Krisenmanagement doch besser als in vielen anderen korrupten Bereichen unseres Alltags.

Im Frühling erwacht neben den Trieben auch die Hoffnung auf ein gutes Jahr.

In diesem Sinn: Glück auf!

Die Redaktion

Zum Heft Nr. 88

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Alles halb so wild?

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Hans-Peter Lauer

Hans-Peter Lauer

Alles halb so wild?


Gedanken zum Kirchenaustritt

„In meinem Sprechbereich sind die meisten nicht mehr in der Kirche. Sie sind fast alle ausgetreten und haben mit Kirche nichts mehr Sinn.“ Der Betriebsrat, der dies durchaus mit einem Ton des Bedauerns berichtet, setzt sich selbst für eine Zusammenarbeit von Kirche und Gewerkschaft ein und ist berufenes Mitglied der Kreissynode. Im Gegensatz zur Kirchendistanz seiner Kollegen ist die Mitgliedschaft in der IG Metall noch selbstverständlich und der Organisationsgrad im Betrieb überdurchschnittlich hoch. Immerhin scheint so weit die Welt noch in Ordnung zu sein, käme nicht sofort die Klage, dass politisches Bewusstsein und ehrenamtliches Engagement auch nicht mehr das seien, was sie einmal waren. Gegenüber dem Werksgelände hängt ein Plakat von Misereor, auf dem Tatkommissar Klaus Behrendt bekennt: „Ich bin zwar nicht in der Kirche, aber wenn es um Nächstenliebe geht, bin ich dabei.“ Wenigstens in diesem Fall dabei. Wir sind bescheiden geworden. Spätabends nach langen Diskussionen über Gemeindehausverkäufe und die Zusammenlegung von Gottesdiensten werden in der Presbyteriumssitzung die Namen der Ausgetretenen mitgeteilt. Die Verlesenen unterscheiden sich von den Gemeindegliedern, deren Namen in der Regel im Gemeindebrief auftauchen. Sie sind um einiges älter als die Getauften, aber auch erheblich jünger als die Verstorbenen. Ob denn auch jemand wieder eingetreten ist, wird gefragt. Nein, heißt es, darüber ist nichts bekannt.

Sind das nur willkürliche subjektive Eindrücke? Glaubt man dem EKD-Impulspapier „Kirche der Freiheit“ (2006), dann gehören große Austrittsbewegungen, wie es sie im 19. und 20. Jahrhundert gab, der Vergangenheit an. Für die „Perspektiven der evangelischen Kirche im 21. Jahrhundert“ sind andere Tendenzen vorrangig:

„Erfreulicherweise steigt gegenwärtig auch die Zahl der Wiedereintritte in die Kirche langsam, aber stetig an, während die Zahl der Kirchenaustritte sogar deutlich zurückgeht, wenn auch deren Niveau nach wie vor viel zu hoch ist. Es gelingt den Kirchen allmählich besser, Menschen zurückzugewinnen und die Kirchenmitgliedschaft zu stabilisieren. Austritte sind längst nicht mehr der entscheidende Grund für den Rückgang in der Zahl der Kirchenmitglieder. Weit stärker wirkt sich der Überhang an Sterbefällen gegenüber den Taufzahlen aus. Er spiegelt das demographische Gefälle der deutschen Gesellschaft, das allerdings auch die Zukunft unserer Kirche wesentlich bestimmen wird.“

Also alles halb so wild? Die Fertilität der alternden Christenheit in Deutschland scheint die entscheidende Herausforderung zu sein. Fixiert man sich so auf den demographischen Wandel, dann fehlt es auf der andere Seite an Problembewusstsein für eine Abstimmung mit den Füßen, die noch nicht ans Ende gelangt ist. So standen zum Beispiel zwischen 1996 und 2007 im Kirchenkreis Duisburg 7650 Austritten 1838 Eintritte gegenüber. Dieser Verlust von 5812 Kirchenmitgliedern entspricht in etwa dem Verschwinden einer Kirchengemeinde mit zwei Pfarrstellen. In nur zwölf Jahren!

Trotz dieser Realität wird der Kirchenaustritt allenfalls am Rande zu einem eigenen Thema theologischer Reflexion und praktischer Überlegungen. Von außen gesehen mag die Beendigung der Kirchenmitgliedschaft zunächst nur eine Sache staatlichen Rechts sein. Aber geistlich betrachtet ist sie zugleich auch ein Bruch mit der kirchlichen Gemeinschaft. Schmerzt die Kränkung darüber zu sehr, um sich eingehender mit ihr zu befassen? Oder ist das Einsparen der Kirchensteuer als häufig unmittelbarer Grund, die Kirche zu verlassen, viel zu banal, um sich vom Glauben her damit auseinanderzusetzen? Eine der wenigen Ausnahmen bildet eine Stellungnahme der EKD-Kammer für Theologie mit dem Titel „Taufe und Kirchenaustritt“ (2000). Sie fordert sogar zu einem Dienst der Kirche an den aus ihr Ausgetretenen auf. Doch der Abbau der funktionalen Dienste, eben der Arbeitsstrukturen, die noch den Kontakt zu den Ausgetretenen halten, schreitet ebenfalls stetig voran. Alles halb so wild.

Hans-Peter Lauer, Jg. 1957, ist Pfarrer für den Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) in Duisburg.

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Ein Staatsanwalt und Kirchenjurist verweigerte sich dem NS-Regime

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Hartmut Ludwig

Ein Staatsanwalt und Kirchenjurist verweigerte sich dem NS-Regime


Dr. jur. Martin Gauger 1905 bis 1941


Erst 65 Jahre nach Gaugers gewaltsamen Tod bekannten sich im Juli 2006 Justiz und Kirche zur versäumten Verantwortung ihrer Vorgänger in der NS-Zeit. Landesbischof Dr. Johannes Friedrich schrieb für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und die VELKD an die Schwester Gaugers, Frau Dr. Hedwig Heiland: „Die damaligen Kirchenleitungen … haben sich, als sein Leben in höchster Gefahr stand, nicht mit der gebotenen Kraft für ihn eingesetzt… Damit haben sie sich an dem Menschen und Kirchenmann Martin Gauger schuldig gemacht… Beide Gremien haben mich aufgefordert, … Ihnen… das tiefe Bedauern über das Versagen auszudrücken und Sie um Entschuldigung zu bitten.“

I .

Martin Gauger, am 4. August 1905 in Elberfeld geboren, wuchs in einer vom schwäbisch-altpietistischen Gemeinschaftschristentum geprägten, konservativ-deutschnational denkenden Familie auf. Der Vater, Pfarrer Joseph Gauger, war Direktor der Schriftenmission der Evangelischen Gesellschaft in Deutschland und gab mehrere Zeitschriften heraus. Martin interessierte sich sehr für Geschichte und Politik und bezog frühzeitig Stellung. Vor den Reichstagswahlen im September 1930 fragte er in einem Artikel, ob die NSDAP selber wisse, was sie wolle: „Begeisterung ist da, aber auch empfindlicher Mangel an Geist; Mut ist da, aber keine Taten, es wären denn Gewalttaten; Massen sind da, aber keine Köpfe.“ Von 1924 bis 1930 studierte er Rechts- und Wirtschaftswissenschaft in Tübingen, Kiel, Berlin und Breslau. Nach dem Referendariat wurde er im Januar 1934 Assessor der Staatsanwaltschaft am Landgericht in Wuppertal und Mönchengladbach.

Die ersten Monate des „Dritten Reiches“ setzten die Gaugers – wie 80% der evangelischen Deutschen – ihre Hoffnung auf die nationale Regierung (Hitler-Papen-Hugenberg). Ihre Meinung änderte sich, als die NSDAP in die Selbständigkeit der Kirchen eingriff und die Deutschen Christen stützte. Nach dem „Röhm-Putsch“ am 30. Juni 1934, bei dem außer der SA-Führung weitere Regimegegner ermordet wurden, kamen Martin Gauger Zweifel, ob er dem Staat noch dienen könne, der Willkür und Rechtsbrüche rechtfertige. Nach Hindenburgs Tod übernahm Hitler auch das Amt des Reichspräsidenten und ließ das durch eine Volksabstimmung am 19. August 1934 legalisieren. Joseph Gauger wollte in „Licht und Leben“ davor warnen und für die Beibehaltung beider Ämter, d.h. Gewaltenteilung plädieren. Doch das Manuskript wurde durch Postkontrolle abgefangen, er selber in Schutzhaft genommen und die Zeitschrift befristet verboten.

Das war für Martin Gauger der unmittelbare Anlass, den Treueid auf Hitler, der für alle Beamten am 20. August gesetzlich verordnet wurde, nicht zu leisten. Er wurde sofort entlassen. „Der Verlust meines Amtes geht mir erbärmlich nahe“, schrieb er seinem Bruder. Er sei jedoch froh, keinen „uneingeschränkten Eid der Treue und des Gehorsams gegenüber jemandem geleistet [zu haben], der seinerseits an kein Recht und kein Gesetz gebunden ist.“ Er hatte die Sorge, sich mit dem Eid zu verpflichten, gegen jemand auch gegen oder ohne Gesetz, nur auf Grund eines Führerbefehls vorgehen zu müssen. Das Recht stand für ihn zeitlebens an erster Stelle. Der greise Freiherr von Pechmann aus München bat Joseph Gauger dem Sohn auszurichten: „Er habe einem alten Manne in trüber Zeit eine ganz außerordentliche Freude bereitet und der alte Mann werde ihn nicht vergessen.“

II.

Gauger musste sich neu orientieren. Er verfasste die juristische Dissertation „Bekenntnis und Kirchenregiment in ihrer Beziehung zueinander“, die er am 7. Februar 1935 in Münster einreichte. Er wies nach, dass eine bekenntniswidrige Kirchenleitung juristisch keine Vollmacht habe. Aktueller konnte das Thema gar nicht sein. Denn das war auch die Rechtsauffassung der Bekennenden Kirche: Nach der Absetzung der Bischöfe in Württemberg und Bayern beschloss die Bekenntnissynode in Berlin-Dahlem im Oktober 1934: Da die Deutschen Christen sich durch ihre Irrlehre von der Kirche selber getrennt haben, wird eine neue Leitung für die DEK eingesetzt. Über die Tragweite dieses Beschlusses kam es zwischen den lutherischen Bischöfen und dem Reichsbruderrat zu Differenzen. Der Konflikt sollte durch die Berufung einer neuen „Vorläufige Kirchenleitung“ beigelegt werden.

Im 18. Januar 1935 trat Gauger in die Rechtsabteilung der Vorläufigen Kirchenleitung in Berlin ein. Mit Assessor Hans Ostmann war er zuständig für die Beschwerden über die Behinderung kirchlicher Arbeit durch Staat und Partei, für Verfassungsfragen, Presse und anderes. Durch die Erkrankung des Abteilungsleiters, Rechtsanwalt Eberhard Fiedler, musste Gauger ihn immer öfter vertreten. Es war eine sehr schwierige Phase, weil sich die Vorläufige Kirchenleitung nicht an die Beschlüsse der Bekenntnissynoden hielt. Auch Joseph Gauger kritisierte das. Martin versuchte zu beschwichtigen: Er nehme „zu dem ‚Streit‘ ob Bruderrat oder Bischöfe gar nicht Stellung… Mich interessiert nur der Sieg der bekennenden Kirche und die Niederlage der Deutschen Christen. Der organisatorische Aufbau im einzelnen kümmert uns nicht.“ Genau das aber wäre die Aufgabe der Leitung gewesen.

Im Juli 1935 wurde Hanns Kerrl Reichskirchenminister. Er sollte den Kampf zwischen den Deutschen Christen und der Bekennenden Kirche beenden. Dafür berief er „Kirchenausschüsse“ als Kirchenleitungen. Während die Bischöfe das „Angebot“ des Staates annahmen, lehnten es die Bruderräte um Pfarrer Martin Niemöller ab. Der Streit um den Weg der Bekennenden Kirche spitzte sich immer weiter zu, bis die Mehrheit des Reichsbruderrates der Vorläufigen Kirchenleitung das Mandat entzog. Die Bekenntnissynode der DEK in Bad Oeynhausen setzte im Februar 1936 eine neue Vorläufige Leitung der DEK ein. Das führte zur Spaltung der Bekennenden Kirche in einen bruderrätlichen und einen lutherischen Flügel.

Martin Gauger verteidigte die erste Vorläufige Kirchenleitung und wurde deshalb von Vertretern der Bruderräte abgelehnt. Nun war er wieder arbeitslos geworden und rechtlich nicht abgesichert. Landesbischof August Marahrens hatte ihm das immer wieder zugesichert. Wahrscheinlich schreckte ihn Gaugers Eidverweigerung ab. Den Eltern schrieb Gauger im März 1936 über seine Enttäuschung: Wenn er eine andere Stelle bekäme, gäbe er „den Kirchendienst, der ja immer mehr ein kirchenpolitischer Dienst geworden ist, auf… Das Recht ist für die Auseinandersetzung immer bedeutungsloser geworden… Die Landeskirchen werden sich meiner ganz gern noch zwei bis drei Jahre bedienen und mich dann mit den besten Segenswünschen auf die Schutthalde werfen.“

Als die Bischöfe und Vertreter der Bruderräte lutherischer Kirchen am 18. März 1936 den „Rat der Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands“ gründeten, wurde Martin Gauger leitender Jurist des Sekretariates in Berlin. Obwohl die Familie Gauger der reformierten Bekennenden Kirche nahestand, erhielt Martin die neue Anstellung durch die Lutheraner. Von den Mitgliedskirchen forderte er klare Kompetenzen für das Sekretariat. Man verpflichtete sich dazu, hielt sich aber nicht daran. Konflikte waren also vorprogrammiert. Zum Reichskirchenausschuss hatte der Lutherrat ein gutes Verhältnis, obwohl man in vielen Punkten anderer Meinung war. Zur bruderrätlichen Bekennenden Kirche verschlechterten sich die Beziehungen immer weiter. Daran war Gauger nicht unschuldig, weil er meinte, der Weg der Bruderräte sei falsch.

Neben Sitzungen, Büro- und Reisedienst, Verhandlungen mit Staats- und Parteistellen sowie der Gestapo erarbeitete Gauger viele Stellungnahmen zu staatskirchlichen Maßnahmen, zu Strafverfahren, zu den Deutschen Christen und anderem. Für „Calwers Kirchenlexikon“ verfasste er Artikel zu kirchenrechtlichen Problemen, in denen er – zum Beispiel im Artikel „Bekenntnisrecht“ – prägnant Ergebnisse des Kirchenkampfes vorwegnahm. Für die Festgabe zum 70. Geburtstag von Joseph Gauger 1936 lieferte er einen Beitrag über „Notizen zum Recht der evangelischen Presse“. Die Festgabe und der Druck seiner Dissertation wurden von der Gestapo beschlagnahmt. Im Frühjahr 1937 gelang es Gauger und Hanns Lilje, den Konflikt von neun Lübecker BK-Pfarrern mit der DC-Kirchenleitung zu schlichten und den Organisten Jan Bender aus dem KZ Sachsenhausen zu befreien. Gaugers Bemühungen 1937/38, die Schließung der Druckerei F.W. Köhler in Elberfeld zu verhindern, weil sie eine Erklärung kirchenleitender Gremien gegen den NS-Ideologen Alfred Rosenberg gedruckt hatte, blieben ohne Erfolg. Im Herbst 1938 bereitete Gauger die Flucht seiner Sekretärin, Irmgard Behr, nach England vor, die als Christin jüdischer Herkunft gefährdet war. So rettete er ihr Leben.

Als der Münchener Oberkirchenrat Thomas Breit vom Vorsitz im Lutherrat zurücktrat, stellte er Martin Gauger am 31. Oktober 1938 noch ein Zeugnis aus, das seine Wertschätzung im Berliner Sekretariat zum Ausdruck brachte: „Herr Dr. Gauger war ein ausgezeichneter Rechtsberater. Sein Rat und sein Urteil hatten über die Grenzen des Lutherrates hinaus deshalb besonderes Gewicht… Herr Dr. Gauger vereinigt hohe geistige Gaben mit bemerkenswertem Verwaltungstalent und ausgezeichneten juristischen Eigenschaften. Er sieht mit wachen Augen in die Welt… Auf diesem Hintergrund hebt sich das scharfe Profil seiner klar geprägten, menschlich überaus sympathischen und dem frei gewählten Dienst mit brennendem Eifer zugewandten Persönlichkeit ab.“ Im Widerspruch dazu stand die rechtliche Absicherung Gaugers. Nach den immer neuen, aber nicht eingelösten Zusagen aus Hannover bedurfte es mehrerer Interventionen Breits, bis der Landeskirchenrat Bayerns im Juni 1938 Gauger als „Dauerangestellten“ in den Dienst der Landeskirche übernahm und für die Arbeit im Lutherrat freistellte. „Ein Anspruch auf Anstellung als Beamter oder auf Wartegeld und Ruhegehalt“ bestehe nicht. Für das monatliche Gehalt von 406 RM bedankte sich Gauger überschwänglich: Er wolle den Dank „durch treuen Dienst in der Kirche und für sie“ abtragen. Einen Ruf an die Universität in Madras (Indien) lehnte er ab, weil es „eine Treulosigkeit [wäre], wenn ich den Rat im Stiche ließe.“

Was sich schon länger abzeichnete, sprach Reichskirchenminister Kerrl im Juni 1938 offen aus: Der „sogenannte Lutherische Rat“ sei von Anfang an „illegal“ gewesen. In einem Brief an den Stuttgarter Oberkirchenrat Wilhelm Pressel kommentierte Gauger das: „Damit ist unser Versuch …, mit dem Staat ins Reine zu kommen, offiziell als gescheitert erwiesen… Im ganzen sind wir von den zuständigen staatlichen Stellen mit ganz genau demselben Prädikat versehen wie die Dahlemiten: wir sind Staatsfeinde.“ Die Erklärung, die Gesamtvertretung der lutherischen Kirchen in Deutschland und nicht nur „kirchenpolitische Gruppe“, d.h. der lutherische Flügel der Bekennenden Kirche, zu sein, hatte nichts geholfen. Alle politischen Kompromisse, zu denen die Bischöfe neigten, konnten nun unterbleiben.

III.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Martin Gauger bereits Verbindung mit verschiedenen Persönlichkeiten der politischen Opposition. Der Tegeler Gefängnispfarrer Harald Poelchau, ein Freund von Pfarrer Siegfried Gauger, brachte Martin mit dem sozialdemokratischen und jüdischen Rechtsanwalt Ernst Fraenkel und seinem Kreis in Verbindung. Im Vorwort seines in der Emigration vollendeten Buches „Der Doppelstaat“ gedachte Fraenkel „mit Wehmut“ an Martin Gauger und ihre „bis tief in die Nacht ausgedehnten Unterhaltungen [über] die rechtstheoretischen, philosophischen und soziologischen Aspekte des Phänomens ‚Doppelstaat‘.“ Damit bezeichnete er den NS-Staat, weil er als „Normenstaat“ das überkommene Recht nicht allgemein beseitige, es aber durch den „Maßnahmenstaat“, d.h. die Gestapo, aushöhlte und suspendierte.

Im Oktober 1938 nahm Gauger Verbindung zu Wilhelm Weischedel in Berlin auf. Beide hatten gemeinsam das Gymnasium in Elberfeld besucht. Nach dem Theologiestudium wandte sich Weischedel der Philosophie zu. 1936 lehnte er eine Dozentur ab, da sie mit dem Eintritt in die NSDAP verbunden war. Weil seine politische Haltung ihm die akademische Laufbahn verschloss, versuchte er seine Familie und sich mit Hilfsarbeiten durchzubringen. Nach dem Gespräch schrieb Martin Gauger nach Hause: Weischedels „stimmen übrigens mit unserer Meinung in allen Punkten überein.“ Der Kontakt zu den beiden Breslauer Kommilitonen, Carl Dietrich von Trotha und Helmuth von Moltke, ist nie ganz abgerissen. 1939 nahm Moltke die Verbindung zu Gauger auf und lud ihn zu sich ein. Sie sprachen „über die Aussichten der christlichen Welt“, wie Moltke seiner Frau verklausuliert mitteilte. Es waren erste Vorgespräche für den späteren Kreisauer Kreis, an dem Gauger durch seine Kriegsdienstverweigerung, Haft und Tod nicht mehr beteiligt war. Eine weitere Spur Gaugers zum entstehenden Widerstand führt zu Karl-Ludwig Freiherr von und zu Guttenberg, dessen „Weiße Blätter“ er kannte und an denen er mitarbeitete. Auch der „Deutsche Klub von Berlin“ und die „Staatswissenschaftliche Gesellschaft“, in denen Gauger ab Frühjahr 1939 ab und zu verkehrte, waren Orte, in denen man sich kritisch mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzte.

Die Bezeichnung des Lutherrates als illegal und die Verbindungen Gaugers zur Opposition erklären, warum er nicht mehr bereit war, politische Kompromisse mitzutragen. Für einen neuen Versuch, die kirchenpolitischen Gruppen zu einigen, formulierten Theodor Ellwein, Hans Schomerus und Heinz Brunotte für Minister Kerrl im Mai 1939 fünf „Grundsätze“, indem sie die deutsch-christliche Godesberger Erklärung etwas variierten: „1. Die Evangelische Kirche hat von Martin Luther gelernt, die Bereiche der Vernunft und des Glaubens … scharf zu unterscheiden. Die nationalsozialistische Weltanschauung ist … für den christlichen Deutschen verbindlich… 3. [Sie] bekämpft mit aller Unerbittlichkeit den politischen und geistigen Einfluss der jüdischen Rasse auf unser völkisches Leben… Darüber hinaus gibt es im Bereich des Glaubens keinen schärferen Gegensatz als den zwischen der Botschaft Jesu Christi und der jüdischen Religion der Gesetzlichkeit…“ Die Mitglieder der Kirchenführerkonferenz wollten den Text unterzeichnen, wenn die kursiven Sätze entfallen. Weil Kerrl auf der unveränderten Fassung bestand, unterschrieben nur die Bischöfe Marahrens und Johnsen und Pfarrer Happich. Damit war für Gauger die Grenze des Erträglichen überschritten. Er versuchte, die Unterzeichnung zu verhindern, da sonst der Lutherrat seine Existenzberechtigung verliere. Als er erfolglos blieb, wollten mit ihm einige Mitarbeiter des Sekretariats zurücktreten. Doch Bischof Meiser lehnte das ab. Paul Fleisch schrieb in seinen Erinnerungen: Gauger sei seither „sehr reizbar“ gewesen. „Er lag quer, auch wo es gar nicht angebracht war… In Fragen der Kirchenpolitik hatten wir ab und an Zusammenstöße.“

IV.

Am 25. April 1940 verweigerte Gauger die Aufforderung zur Musterung und Einberufung zur Marine-Intendantur in Wilhelmshaven. Freunde hatten sich für ihn eingesetzt, dass er keinen Dienst mit der Waffe leisten müsse. Doch er war inzwischen zu der Auffassung gekommen, den Kriegsdienst generell abzulehnen, weil es ein Angriffs- und kein Verteidigungskrieg sei. Sein Freund, Hermann Stöhr, war wegen Kriegsdienstverweigerung am 16. März 1940 zum Tode verurteilt worden. Gauger wollte seiner Mutter die „Monate der Ungewissheit und Qual“ des Prozesses vor dem Reichskriegsgericht ersparen und beschloss, sich das Leben zu nehmen. Im Abschiedsbrief an seinen Bruder Siegfried schrieb er: „… wenn einmal der Nebel sich zerteilt hat, in dem wir leben, dann wird man sich fragen, warum nur einige, warum nicht alle sich so verhalten haben.“ Der Suizid misslang. Verzweifelt ging er zu Poelchaus, die ihn versteckten bis sein Bruder Joachim kam. Gemeinsam fassten sie den Plan der Flucht über Holland nach England. Da die deutsche Wehrmacht am 10. Mai 1940 Holland überfiel, kam Gauger nicht mehr nach England. Bei dem Versuch, in die Schweiz zu entkommen, wurde er in der Nacht zum 19. Mai von deutschen Soldaten gefangen genommen und ins Gefängnis nach Düsseldorf überführt.

Gauger hatte auch Bischof Meiser am 25. April mitgeteilt, dass und warum er aus dem Leben scheide. Es ist anzunehmen, dass Meiser vom Scheitern des Suizid und der Flucht Kenntnis erhielt. Von Gaugers Gefangennahme wird er nichts gewusst haben, weil die Gestapo das selbst der Mutter vorenthielt. Am 4. Juni beschloss das Präsidium des Landeskirchenrates, „das Dienstverhältnis mit Dr. Gauger sofort zu lösen“. Er sei damit auch aus dem Lutherrat und dem Sekretariat ausgeschieden. War es vorauseilender Gehorsam, keinen Kriegsdienstverweigerer in den eigenen Reihen zu dulden? Entzog man dem bewährten Mitarbeiter in einer Situation, die man nicht genau kannte, den erforderlichen Schutz der Kirche? Selbst wenn das für die Gestapo nicht relevant war, bleiben Fragen.

Als Emeline Gauger am 18. Juni erfuhr, dass ihr Sohn Martin noch lebt und im Gefängnis in Düsseldorf sei, ließ sie nicht locker, bis sie eine Besuchserlaubnis bekam. Gleichzeitig bemühte sie sich um einen Anwalt. Die Familie hoffte, Martin der Willkür der Gestapo zu entziehen, indem er von einem Gericht verurteilt wird. Doch dazu kam es nicht. Auf Drängen der Düsseldorfer Gestapo wurde Gauger am 9. Juni 1941 ins KZ Buchenwald verlegt. Weil das für Gauger höchste Gefahr bedeutete, bat die Mutter die Bischöfe Meiser und Wurm, sich für ein Gerichtsverfahren einzusetzen. Doch sie lehnten ab.

Im KZ Buchenwald gelang es Alfred Leikam, einen jungen Christen aus Württemberg, trotz schärfster Isolation einige Male mit Martin Gauger zu sprechen, bevor er am 14. Juli 1941 mit 90 Häftlingen in die Euthanasie-Anstalt auf dem Sonnenstein bei Pirna gebracht und dort in einer Gaskammer ermordet wurde. Leikam berichtete später über harte Anfechtungen Gaugers: „Es wurde ihm schwer, seinen Glauben an die Gerechtigkeit Gottes hochzuhalten… Er vermochte es nicht zu verstehen, dass bis weit in die Kreise der bekennenden Christenheit hinein der Nationalsozialismus immer noch Anerkennung fand, obwohl in der Kriegsführung, in der Handhabung der KZ-Lager und in dem gesamten Rechtsgebahren Niedertracht und Gemeinheit ganz offen zutage traten.“

Dr. theol. Hartmut Ludwig ist Dozent für Neuere Kirchengeschichte an der Humboldt Universität Berlin

Lesetipp

"Die Entscheidung konnte mir niemand abnehmen...".
Dokumente zu Widerstand und Verfolgung des evangelischen Kirchenjuristen Martin Gauger (1905-1941)
Bearbeitet und eingeleitet von Boris Böhm, Band/Heftnr.: "Lebenszeugnisse-Leidenswege" Heft 5, 1997, ISBN: 978-3-9805527-4-5, 5,50 €.
Das Buch zeichnet die Biographie des 1941 in der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordeten Kirchenjuristen nach.

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Die 68er

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Die 68er

Kinder, die 1968 geboren wurden, werden in diesem Jahr 40. Die wirklichen Achtundsechziger sind allerdings älter, meistens so zwischen 60 und 70. Manche sind auch schon tot, obwohl sie noch leben könnten. Das zeigt, dass Achtundsechzig nicht nur eine geistig, sondern auch körperlich anstrengende und manchmal gefährliche Zeit war. Wer Achtundsechzig erlebt und überlebt hat, kann allerdings große Dinge erzählten, bei denen er in der ersten Reihe saß, stand oder kämpfte, oder doch zumindest alles aus der Nähe gesehen hat: Schah-Demos, Sit-Ins an der Uni, SDS, Kommune 1. Die etwas Jüngeren mussten sich mit Anti-Vietnam-Demos, Chile-Komitees, MSB und revolutionären Studenten-WGs begnügen. Aber auch das erlebt zu haben gab noch ein Gefühl unendlicher Überlegenheit über die späteren Friedensdemos im Bonner Hofgarten, über „Unabhängige Linke“ im ASTA, über Nicaragua-Kaffee und über „Atomkraft? Nein danke!“.
Man sieht also: Was Achtundsechzig folgte, war eine Verfallsgeschichte. Wir, die ein wenig zu spät Geborenen, merkten das an den Sponti-Sprüchen, die zu den Achtundsechzigern gehören wie das Amen zum Vaterunser: Wurde 1968 mit dem Spruch „Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment“ die Ausweitung des revolutionären Kampfes auf alle Lebensbereiche ausgerufen, so bedeutete zehn Jahre später die Klage „Was ist das nur für ein Land, in dem morgens um sechs schon die Sonne aufgeht?“ den Rückzug der revolutionären Strategie auf den selbstbestimmten Müßiggang und damit den Abstieg von der sozialen Revolution hin zur individuellen Emanzipation.
Schuld an dieser Entwicklung war vermutlich der lange „Marsch durch die Institutionen“, den jeder revolutionäre Achtundsechziger zu gehen hatte. Mal begann er in der revolutionären Betriebsgruppe bei Opel in Rüsselsheim und endete im Auswärtigen Amt in Berlin, mal begann er mit der Besetzung eines Hörsaals in Frankfurt und endete auf dem Lehrstuhl der Reform-Uni Bielefeld. Das Establishment ließ sich tatsächlich beeindrucken: Von einem katholischen Theologieprofessor aus Tübingen ist bekannt, dass er vor dem Aufruhr der Studenten zunächst ins beschauliche Regensburg, später nach München und dann nach Rom in den Vatikan flüchtete. Dort ist er noch immer, und sein Beispiel zeigt: Manche mussten zu ihrem Marsch durch die Institutionen förmlich getrieben werden!

Aus dem Newsletter des Konfessionskundlichen Instituts. Confessio.de ist ein Angebot des Evangelischen Bundes Sachsen und des Beauftragten für Weltanschauungs- und Sektenfragen der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens

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Rheinische Kirchengeschichte von oben – Rheinische Kirchengeschichte von unten

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Klaus Matthes

Rheinische Kirchengeschichte von oben – Rheinische Kirchengeschichte von unten


Tag der Ruheständler/innen am 5. März 2008 in Wuppertal im Audimax der Kirchlichen Hochschule. Enno Obendiek beginnt mit einem Werbeblock und empfiehlt einige Neuerscheinungen. Dabei zeigt er auch „Evangelisch am Rhein. Wesen und Werden einer Landeskirche“ und erklärt, dass er viel gelernt habe aus diesem Buch. Es ist so etwas wie eine offizielle Rheinische Kirchengeschichte, ist es doch herausgegeben im Auftrag des Ausschusses für Rheinische Kirchengeschichte und kirchliche Zeitgeschichte und wird im präsidialen Geleitwort den Vikarinnen und Vikaren zur Prüfungsvorbereitung empfohlen. (siehe Rezension durch Friedhelm Meyer in Transparent Nr. 87/2007, S. 13ff.). Dass gleichzeitig eine andere Rheinische Kirchengeschichte erschienen ist, scheint der ehemalige Landeskirchenrat nicht mitbekommen zu haben. Als auf die Kirchengeschichte von unten auf Klaus Schmidts „Glaube, Macht und Freiheitskämpfe“ (siehe Vorstellung des Buches durch P.G. Schoenborn in Transparent Nr. 85, S. 6ff.) hingewiesen wird, verwechselt er sie mit einem anderen lesenswerten Buch „Sie schwammen gegen den Strom“. Am Tag der Ruheständler/innen geht der Wettbewerb zwischen den beiden „Kirchengeschichten“ dank einiger Mitglieder der Solidarischen Kirche zu Gunsten der Kirchengeschichte von unten aus, denn sie haben Exemplare dabei und die pensionierten Geistlichen machen Gebrauch davon.

Das Rheinland kann froh sein, diese beiden Kirchengeschichten zu haben. „Evangelisch am Rhein“ hat Stärken und Lücken. Die Kirchengeschichte von unten nimmt Aspekte und Perspektiven auf, die dort fehlen, aber ohne die das Rheinland nicht zu verstehen ist. Auf der Landessynode 2008 überreicht der Präses den Referenten das Buch von Klaus Schmidt. Gut so! Er muss sich allerdings fragen lassen, warum er zu einem Geleitwort nur in der Kirchengeschichte von oben bereit war.

In Transparent Nr. 87 habe ich den Essener Superintendenten unterstellt, dass sie Schwierigkeiten mit der Kirchengeschichte von unten haben, weil sie bei einer Einladung zu einem Pfarrkonvent für „Evangelisch am Rhein“ geworben, Entsprechendes für die Kirchengeschichte von unten von Klaus Schmidt unterlassen haben. Als Pensionär und daher ohne Zugang zu den „Dienstlichen Mitteilungen intern“ ist mir entgangen, dass der Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Stadtkirchenverbandes Essen, Stefan Koppelmann, dort auf Bitte der Superintendenten in einem ausführlichen Absatz auf die Kirchengeschichte von Klaus Schmidt hingewiesen hat. Es hat daraufhin Nachfragen gegeben und die Geschäftsführung des Stadtkirchenverbandes Essen hat zu Weihnachten dieses Buch an Ehrenamtliche verschenkt. Die in Nr. 87 von mir gemachte Unterstellung nehme ich mit Bedauern zurück und freue mich weiterhin über jeden und jede, die die Kirchengeschichte von unten mit Gewinn lesen und weiter empfehlen.

Konkurrenz belebt in diesem Fall nicht nur das Geschäft, sondern trägt zur geschichtlichen Wahrheitsfindung bei, wenn das Evangelische Rheinland nicht nur von oben, sondern auch von unten angeschaut wird.

Literaturhinweis

Klaus Schmidt: „Glaube, Macht und Freiheitskämpfe – 500 Jahre Protestanten im Rheinland“
Greven Verlag, Köln 2007, 416 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 978-3-7743-0385-0

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