TRANSPARENTonline

für die kritische Masse in der Rheinischen Kirche

Nr. 93

editorial Nr 93 - Juli 2009

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Liebe Leserin, lieber Leser!

Ein längerer Blick ist nötig, um aus dem Kreis mit den drei Zeichen für Islam, Judentum und Christentum schließlich die Gestalt eines Engels zu entdecken; Friedenstaube macht auch Sinn. „Mit dem Projekt Engel der Kulturen möchten wir den interkulturellen und interreligiösen Dialog unterstützen, der das friedliche Zusammenleben, das gemeinschaftliche Agieren, aber auch Erfahrungsaustausch und das Verständnis für die jeweilige Spiritualität zum Ziel hat“, äußern die beiden Künstler Gregor Merten und Carmen Dietrich.
Viele Blicke in das vorliegende Heft zu werfen, werden sich lohnen. Was Toleranz im interreligiösen Dialog bedeutet, können Sie bei Andreas Mertin – „Kultur preisgegeben“ (S. 7) nachlesen und dabei den Schaden ermessen, den Kardinal Lehmann und der ehemalige Kirchenpräsident von Hessen-Nassau, Steinacker, im Zusammenhang mit dem Hessischen Kulturpreis 2009 angerichtet haben. Beide wollen eine begründete religiöse Meinung des iranisch-deutschen Schriftstellers Navid Kermani sanktioniert wissen. Sie begeben sich damit – ob sie wollen oder nicht – in die Nähe eines Fundamentalismus. Und als Lesende sind Sie dann in unserem Innenteil, den Sören Asmus geschrieben hat: „Ohne Religion wäre die Welt viel friedlicher …“ – Eine Auseinandersetzung mit dem Fundamentalismus als protestantische Herausforderung in der Öffentlichkeit der Gegenwart.
Kirchlichen Strömungen, Versäumnissen und Fehlentwicklungen gehen wir selbstverständlich auch in diesem Heft nach. Quo vadis? – lautet die Frage an Kirchentag, an Firma Kirche und an die „Junge Kirche“.
Gefährlich ist der Druck auf die Kirchen und Wohlfahrtsverbände zur Vermarktlichung aufgrund der neoliberalen Ausgestaltung der Dienstleistungsgesellschaft durch die Europäische Union. Und deren Widerstand bleibt schwach.
Viele Blicke in dieses Heft wünschen wir uns also und dass diejenigen, die in den Urlaub fahren, es in ihrem Reisegepäck mitnehmen.
Transparent wird es in gedruckter Form auch im Jahre 2010 geben. Das ist die gute Nachricht und das Ergebnis des Spendenaufrufs im letzten Heft. Im alten Stil des Fluchblattes können die Spender und Spenderinnen entschlüsselt werden. Dass eine Zeitschrift auf Dauer nicht durch Spenden am Leben gehalten werden kann, ist uns inzwischen immer deutlicher. Wir müssen neue Formen in den Blick nehmen. Darüber informieren wir auf S. 37.
Zum Schluss eine „Hoffnungsgeschichte“: Nach dem Erscheinen des letzten Heftes klingelte das Telefon und Ilse Härter – 97 Jahre – bat um weitere vier Exemplare von Transparent, in dem so viel über Barmen stehe. Sie würde ihr Exemplar und weitere an ihre Freunde in der UCC in die USA schicken. Denn die Kirchenleitung, die über Ostern 2009 die UCC besucht habe, würde die alternative Stimme aus dem Rheinland nicht dorthin bringen. Das würde sie machen.
Solche Blicke in und auf Transparent wünschen wir uns und unseren Leserinnen und Lesern eine gute Sommerzeit.

Die Redaktion

PS. Zwei Glückwünsche sind auszusprechen:
Dietrich Horstmann feierte im April seinen 70. Geburtstag. Dietrich ist ein Mitbegründer von Trafo, eine der drei Stränge, die zu Transparent führten. Aus dem Tagesgeschäft hat er sich rausgezogen, aber für seine Ratschläge aus großer Erfahrung ist die Redaktion dankbar.
Jürgen Klute aus der Redaktion des uns verbundenen Amos, westfälischer Pfarrer, ist am 7. Juni 2009 für DIE LINKE ins Europaparlament gewählt worden. Ein Grund mehr, seinen Beitrag in diesem Heft „Firma Kirche?“ (S. 16) zu lesen.

Das aktuelle Heft (nur für registrierte AbonnentInnen)

{linkr:none}
Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Kirchturm und Widerstand

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Hans-Peter Lauer

Kirchturm und Widerstand

Unter der Herrschaft eines globalen Kapitalismus, dem kein staatliches Gesetz gewachsen zu sein scheint, bekommt manches, was bisher gering geschätzt wurde, neuen Wert. Was lange nur als kostspieliges Relikt galt und sogar zum Symbol für rückständige Borniertheit wurde, macht als Widerstandsnest gegen den Druck weltweiter Kapitalverwertung, die an keinem Ort mehr fest verankert ist, neuen Sinn: der Kirchturm.

Weiterlesen: Kirchturm und Widerstand

Kommentar schreiben (2 Kommentare)

Bedingungsloses Grundeinkommen

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Evangelische Akademikerschaft in Deutschland (EAiD) e.V.
Arbeitskreis Gerechtigkeit

Bedingungsloses Grundeinkommen

in einer neuen gesellschaftlichen Ordnung der Arbeit

Eine neue gesellschaftliche Ordnung von Arbeit und Leben

Die Kluft zwischen Arm und Reich in unserem Land wächst. Bis zur Finanz- und Wirtschaftskrise, in der wir uns seit Herbst 2008 befinden, erbrachte die deutsche Volkswirtschaft ein jährliches Wachstum von 2%. Auf der anderen Seite gelten 13 % der Deutschen als arm und wären ohne Sozialtransfers weitere 13% armutsgefährdet.

Weiterlesen: Bedingungsloses Grundeinkommen

Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Kunstprojekt Engel der Kulturen

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
Carmen Dietrich und Gregor Merten

Kunstprojekt Engel der Kulturen

Wir haben uns auf den Weg gemacht, in einem intensiven Findungsprozess exemplarisch den von verschiedenen Gruppen der Gesellschaft und Religionsgemeinschaften geführten Dialog in ein klares Bild des toleranten und auf gemeinschaftliches Agieren ausgerichteten Handelns zu übersetzen, um den Zusammenhalt der Gesellschaft zu stärken. Es ist uns klar, dass viele Menschen und Gruppen an diesem Prozess arbeiten, doch wir halten es für wichtig, auch in einer klaren Symbolik das angestrebte Ideal fest in den Blick zu nehmen.

Weiterlesen: Kunstprojekt Engel der Kulturen

Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Firma Kirche? – Kirche unter dem Druck der Ökonomisierung

Bewertung: 0 / 5

Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv

Jürgen Klute

Firma Kirche?

Kirche unter dem Druck der Ökonomisierung

Firma Kirche? Quo vadis? Unter diesem Titel veranstaltete die Solidarische Kirche im Rheinland am 14. März 2009 im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde in Wuppertal-Sonnborn einen Studientag. Ziel dieses Studientages war es, sich mit Hintergründen und Ursachen des so genannten Ökonomisierungsdrucks auseinander zu setzen, der nun schon seit einigen Jahren in diakonischen Einrichtungen und Kirchengemeinden zu spüren ist.

Weiterlesen: Firma Kirche? – Kirche unter dem Druck der Ökonomisierung

Kommentar schreiben (0 Kommentare)

Empfehlung

Benutzer-Anmeldung