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für die kritische Masse in der Rheinischen Kirche

6-2014

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Barmen 1934 und Dahlem 1934 gehören zusammen. Die  rheinischen Pfarrer und Pfarrerinnen sind auf die Barmer Erklärung von 1934 ordiniert. Und Barmen wird in Jubiläumsjahren eingehend gedacht. Die  Bekenntnissynode, die im Oktober 1934 in Berlin-Dahlem tagte, findet heute weniger Beachtung. Dabei gehören die beiden Synoden historisch und theologisch zusammen. Es lohnt sich, diesem Zusammenhang auch heute nachzugehen. Da können Gedanken zum kirchlichen und politischen Widerstand entstehen. Und Impulse zur selbstständigen, mündigen Gemeinde im gegenwärtigen Trend zur Zentralisierung und   ihre Einbindung in den Markt sind dabei nicht ausgeschlossen. 

 

Von Hartmut Ludwig

Vor 80 Jahren tagte die Zweite Bekenntnissynode der DEK in Berlin-Dahlem. Sie brach mit der deutsch-christlichen Amtskirche

In einer politisch schwierigen Lage trat die Zweite Bekenntnissynode der DEK am 19./20. Oktober 1934 in Berlin-Dahlem zusammen. Sie zog aus der Barmer Theologischen Erklärung vom Mai 1934 die kirchenrechtlichen Konsequenzen und brach mit der deutsch-christlichen Amtskirche. Vom NS-Staat forderte sie, dass die Kirche in Lehre und Ordnung allein entscheidet. Sie berief sich auf das kirchliche Notrecht und setzte den „Rat der DEK“ als Leitung für die gesamte Bekennende Kirche in Deutschland ein. Dem sechsköpfigen Gremium gehörten die Theologen Martin Niemöller und Karl Barth an. „Barmen“ und „Dahlem“ bildeten die Grundlage der Bekennenden Kirche.

Weiterlesen: „Dahlem“ war im Kirchenkampf umstritten

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Alt-Israelitische Traumata und islamistische Wirklichkeit

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Klaus Schmidt

Manche Menschen sehen in der heutigen Politik Israels die Spuren „Heiliger Kriege“, von denen das Alte Testament erzählt. Dabei wird meist übersehen, dass jene Kriege – wie in der Antike üblich – sagenhaft übertrieben werden. Da werden aus Dutzenden von Toten Hunderte, ja Tausende. Oder: Wenn nach archäologischern Erkenntnissen zur Zeit des sagenhaften Königs Salomo höchstens tausend Menschen in Jerusalem gewohnt haben, Salomo aber nach biblischer Erzählung (1. Könige 11,3) allein 700 Haupt- und 300 Nebenfrauen hatte, dann wird deutlich, dass solche Texte von moderner Recherche meilenweit entfernt sind – und keineswegs Tatsachenberichte.

Viel wichtiger noch: Jene grotesk übertriebenen „Heiligen Kriege“ haben zum größten Teil überhaupt nicht stattgefunden, sondern entstammen der Fantasie traumatisierter Menschen im alten Israel, die physisch und psychisch schwer gelitten haben. Entsprechende Texte werden von Antisemiten blindlings oder trotz besseren Wissens für bare Münze genommen.

Weiterlesen: Alt-Israelitische Traumata und islamistische Wirklichkeit

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Mühsam ist der Weg hinauf in die Berge nach Oujda. Die Wasserkanister auf den Schultern sind schwer. Die Tüten mit dem Brot schneiden einem in die Finger. Nahrung, die dort oben dringend benötigt wird. Denn weit außerhalb, hoch über der Stadt Oujda an der algerischen Grenze verstecken sich tausende Flüchtlinge, die auf eine Gelegenheit warten und bis sie das nötige Geld zusammen haben, um nach Nador, am Mittelmeer zu gelangen. Neben Ceuta das Tor zu Europa.

Dann sehen wir die ersten Zelte aus Plastikplanen und Decken. Mehr, dass was von ihnen übrig geblieben ist. Sie sind niedergetrampelt, die Stöcke, die einst die Planen trugen, aus dem Boden gerissen. Pullover, Schuhe, eine Hose liegen weit verstreut. Auf einer Lichtung Eine Grabstätte mitten in den Bergen. Eine Krücke lehnt einsam an einem Zelt. Kein Mensch weit und breit.

Weiterlesen: Endstation Marokko

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Albrecht Fischer

Eine theologische Einführung

„Gott, der Israel aus Ägypten geführt hat, ist ein Gott der Fremden“ formuliert der Theologe Jürgen Manemann in dem jüngst erschienen Band: Religion und Migration (Aschendorfverlag, aaO. S.73).

Trifft das zu? Ist diese Aussage wahr, entspricht sie dem biblischen Zeugnis, und was bedeutet sie dann?

Wenn man die Frage religiös oder religionswissenschaftlich betrachtet, kann man nur sagen: Die Menschen, die als Fremde und Flüchtlinge in unser Land kommen, haben eine andere Vorstellung von Gott, als wir. Das ist nicht nur der Fall, wenn sie Muslime sind, sondern vielfach auch dann, wenn sie aus syrisch – orthodoxen Kirchen oder anderen christlichen Glaubensgemeinschaften Afrikas herkommen. Sie sind uns mit Ihren Glaubensvorstellungen wahrscheinlich fremd. Religiös betrachtet, hat jeder seinen eigenen Gott.

Weiterlesen: Die Flüchtlingsfrage als theologisches Problem

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