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7-2015

Völkermord ist Völkermord

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Klaus Matthes

Am 7. Juli 2015 ist dem Bundespräsidenten ein Appell übergeben worden mit dem Ziel, dass alte Forderungen im Blick auf Namibia endlich von Bundestag und Bundesregierung in Taten umgesetzt werden. Der Termin für die Übergabe ergibt sich aus dem 100. Jahrestag des Endes der deutschen Kolonialherrschaft in „Deutsch - Südwest“ (9. Juli 2015). Der Appell im Wortlaut:

Völkermord ist Völkermord!

Deutschland muss den Genozid an den OvaHerero und Nama endlich offiziell anerkennen

Wir fordern den Bundespräsidenten, den Bundestag und die Bundesregierung auf, am 9. Juli 2015, dem 100. Jahrestag des Endes der deutschen Kolonialherrschaft im heutigen Namibia,

  • den Völkermord an den OvaHerero und Nama, der schon immer als solcher hätte gelten müssen, offiziell anzuerkennen
  • die Nachfahren der Genozidopfer förmlich um Entschuldigung zu bitten
  • sich für die Identifizierung und Rückgabe aller nach Deutschland verschleppten Gebeine von Menschen aus Namibia und anderen ehemaligen Kolonien einzusetzen
  • sich zu einem bedingungslosen und offenen Dialog über Versöhnungsmaßnahmen mit den Nachfahren der Genozidopfer und mit der namibischen Regierung bereit zu erklären

Letzte Unterzeichner*innen: Dietmar Nietan, MdB für die SPD, Düren | Karl-Heinz Niedermeyer, Fachausschuss für Internationale Politik, Frieden und Entwicklung der SPD Berlin | Claudia Roth, MdB und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages | Gregor Gysi, Fraktionsvorsitzender Die Linke | Bernd Riexinger, Parteivorsitzender Die Linke | Karin Roth, Parlamentarische Staatssekretärin a.D. | Kerstin Müller, Staatsministerin a.D., Bündnis 90/Die Grünen

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Die Friedliche Revolution 1989: Wie Friedensgebete ihr das Tor öffneten – dargestellt am Beispiel von Leipzig

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Martin Arnold

Fakten – Wirkung der Gütekraft – Bedeutung

Dezember 2014

 

Die sogenannte Diktatur des Proletariats in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) endete im Herbst 1989. Dieses Ende hatte viele Ursachen. Zu ihnen gehören Einflüsse von außen und von innen, darunter wirtschaftliche Schwierigkeiten, die, zusammen mit Informationen über gutes Leben in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) u.a. im Westfernsehen, Unzufriedenheit im Volk erzeugten oder verstärkten. Friedensgebete trugen schließlich entscheidend zum Erfolg der Friedlichen Revolution bei. Wie kam es dazu und worauf beruhte ihre starke Wirkung?[1]

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200 Jahre Preußen am Rhein III

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Klaus Schmidt

Eine Vorbemerkung:

200 Jahre Preußen am Rhein“ nehmen der „Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz“ und seine Kooperationspartner zum Anlass, das Jahr 2015 unter das Leitthema „Preußen“ zu stellen. DANKE* BERLIN ist das Motto, mit dem der Rheinische Verein an eine 200-jährige Beziehung mit Folgen erinnert. Durch das ganze Jahr hindurch sollen im gesamten Gebiet der ehemaligen preußischen Rheinprovinz verschiedenste Veranstaltungen unterschiedlichste Aspekte beleuchten. (s. Internet). In einer Serie von Beiträgen geht transparent-online der Frage nach, welche Rolle der Protestantismus in dieser ebenso spannenden wie konfliktreichen Zeit gespielt hat.

In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kann sich Widerstand gegen soziale Verelendung seitens der Betroffenen noch kaum entwickeln. Preußisch geprägte Protestanten kritisieren oder verurteilten Protest oder gar Widerstand, versuchten jedoch auf verschiedene Weise, Hilfsmaßnahmen zu organisieren und Nächstenliebe karitativ und sozial umzusetzen. Höchst wirkungsvoll in diesem Zusammenhang ist die diakonische Pionierarbeit von Theodor und Friederike Fliedner in Kaiserswerth, die bis nach Palästina ausgedehnt wird.

6. Ehepaar Fliedner – protestantisch-preußische Diakonie

Theodor Fliedner und die Kaiserswerther Schwesternschaft

Der Eppsteiner Pfarrersohn Theodor Fliedner (1800-1864) wird nach dem Studium von Theologie, Sprachen und Naturwissenschaft Hauslehrer bei einer Kölner Kaufmannsfamilie.  1822 wird er Pfarrer in Düsseldorfs Nachbarort Kaiserswerth. Dort hat gerade eine Seidenweberei – der wichtigste Arbeitgeber am Ort – Bankrott erklärt, und viele Familien geraten in Not. Fliedner hilf bei der Arbeitssuche und eröffnet im Pfarrhaus eine Strick- und Lateinschule. Dann geht auf Kollektenreisen – von Elberfeld bis nach England. Dort lernt er Elizabeth Fry kennen, die Bahnbrecherin weiblicher Gefangenenfürsorge. Nach seiner Rückkehr denkt er über Resozialisierung nach und gründet 1826 die „Rheinisch-Westfälische Gefängnisgesellschaft“, in der er Reformprogramme zur Beseitigung der Missstände in den Gefängnissen vorstellt.

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