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In Zeiten des schwarz-gelben Sozialabbaus und der globalen Kapitalismuskrise sollten die Kirchen und die in ihnen engagiert Tätigen mit wachem Verstand das Tun und Treiben vor und hinter den Türen der Mächtigen aufmerksam verfolgen.

Derzeit unbeachtet scheint „Bolkestein“ zu sein. Ein Kürzel für die europaweiten ‚Standards‘ im Dienstleistungsgewerbe (zu dem u.a. auch die Kirchen, Caritas und Diakonie gehören), die bis Ende 2009 durch nationale Gesetzgebungsverfahren umgesetzt sein müssen.

Dann gilt das „Herkunftslandprinzip“ für die Ausgestaltung von Arbeits- und Tarifverträgen – und das bedeutet weniger Rechte für ArbeitnehmerInnen. Anbieter müssen ihre Eignung und Qualifikation und die Nationalität ihrer Beschäftigten nicht im Zielland nachweisen; billige Arbeitskraft von jenseits der EU, keine Nachweispflicht von Arbeitsverträgen „vor Ort“: das ist die Liberalisierung des Arbeitsmarktes und die Privatisierung des Sozial- und Gesundheitssektors.

Dass die Privatisierung von Renten- und Krankenversicherung den bürokratischen Dschungel und die Entwürdigung der Betroffenen steigert, schert nur wenige. Kirchen sollten sich auf die christlichen Werte besinnen und gegen die herrschende Umverteilungspolitik von oben nach unten als „Option für die Armen“ aufbegehren.

Und dass die Lobbyisten der Mächtigen und der Konzerne ihre Leute auch bei Kirchens schon „in Stellung“ gebracht haben, muss erschrecken. Also: Wann folgen wir dem Beispiel des Herrn und jagen die feigen Marktwirtschaftler* und liberalen Finanzjongleure aus dem Tempel?

Zeit wär‘s!

Die Redaktion


(*) Marktwirtschaft: Gewinne privatisieren – Verluste sozialisieren

Zum aktuellen Heft (Nr. 94 / Oktober 2009)

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