| Das Umweltproblem |
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| Nr. 84 | ||||
| Freitag, den 25. April 2008 um 18:30 Uhr | ||||
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Wolfgang Wewer Das UmweltproblemEs ist erstaunlich: Auf einmal ist das Umweltproblem in aller Munde. Es ist eigentlich längst bekannt, dass die Erdatmosphäre aufgeheizt wird und der Wasserstand der Weltmeere ansteigt, aber viele glauben es anscheinend erst, wenn es ein UNO-Bericht fest stellt. Auf einmal gibt es ziemlich widersprüchliche, hektische Vorschläge und Schlagzeilen in allen Medien: Müssen wir in Zukunft nach Sylt reisen statt auf die Seychellen, gar auf dem Balkon die Ferien verbringen?Es ist wichtig, ruhig und sachlich zu bleiben. Zunächst: Niemand kann bestreiten, dass im Umweltbereich erhebliche Probleme vor der Menschheit liegen. Nach Sylt oder auf den Aletschgletscher zu reisen ist deshalb nicht verkehrt. Man sollte es aber nicht zulange aufschieben, sonst wird man diese und viele andere europäische Naturschönheiten nicht mehr so sehen können wie heute. Deshalb müssen aber keineswegs alle die Ferien in Deutschland verbringen: Auch in die Nachbarländer gibt es z.B. komfortable Schlafwagenverbindungen, mit denen sich weiter umweltverträglich reisen lässt. Die Aufheizung der Erdatmosphäre schreitet unaufhaltsam voran, aufhalten kann man sie nicht mehr, nur abmildern. Ob sie nur linear fort schreitet oder schwer vorhersehbare Sprünge macht, z.B. durch Veränderung des Golfstroms, kann niemand sicher vorher sagen. Extreme Wetterlagen werden zu nehmen, die Pflanzen- und Tierwelt wird sich verändern, bei uns bisher unbekannte Krankheiten werden sich verbreiten, das ist sicher. Zurzeit scheinen nur das Kohlendioxyd und der Feinstaub von Interesse. Deshalb sollte gelegentlich daran erinnert werden, dass wir es auch mit Lärm, Strahlenbelastungen, begrenzten Rohstoffen, Zerstörung der Ozonschicht und Unfällen zu tun haben. Aber: Es ist möglich, etwas zu tun. Auch in der Vergangenheit sind manche Umweltprobleme durchaus wirksam angegangen worden. Es gibt in Deutschland auf großen Flächen Schutzgebiete, die großen Flüsse sind nicht umgekippt, wie es vor 30 Jahren von vielen befürchtet wurde, sondern haben inzwischen eine akzeptable Qualität, und der Smog über unseren Städten ist längst nicht mehr so schlimm. Bei manchen Angstszenarien kann außerdem Entwarnung gegeben werden: Dass großflächig die Lichter aus gehen oder die Tankstellen ohne Sprit da stehen droht dank umfangreicher Vorratshaltung und ausgeklügelter Verbundsysteme eher nicht. Es ist stattdessen davon aus zu gehen, dass sich Probleme über den Preis regulieren: Treibstoffe und Energie werden nicht teurer, sie werden viel teurer werden. Öl und Gas sind zwar noch nicht zu Ende, aber beim Öl ist die derzeit übliche preiswerte Förderung nur noch etwa 50 Jahre möglich. Weitere Vorräte sind z.B. in Ölschiefer gebunden und müssen ähnlich wie beim Bergbau abgebaut werden, was natürlich ein Mehrfaches kostet. Hinzu kommt: Der Zeitpunkt, an dem die geförderte Ölmenge nicht mehr gesteigert werden kann, ist wahrscheinlich bereits erreicht. Allerdings ist Deutschland in mehrfacher Hinsicht schlechter aufgestellt als die Nachbarländer, um die Probleme an zu gehen. Die Kombination von steuerlicher Förderung von Einfamilienhäusern mit der großzügigen steuerlichen Abschreibung der Fahrt zur Arbeit hat zu einer in Europa einmaligen Zersiedelung der Landschaft und besonders viel Berufsverkehr geführt. Eine Dienstwagenregelung, die auch die private Nutzung erlaubt und alle Kosten, auch den Kraftstoffverbrauch, einschließt, hat dazu geführt, dass inzwischen jeder 2. PKW ein Dienstwagen ist, der seinen Nutzer kaum etwas kostet, und auch der Arbeitgeber zahlt nur einen Teil, den anderen zahlt der Steuerzahler. Der Steuervorteil ist umso höher, je größer, PS-stärker und verbrauchsintensiver das Auto ist. Jedenfalls ist der Zusammenhang mit den Tatsachen, dass Deutschland das einzige Land ohne Geschwindigkeitsbegrenzungen auf Autobahnen und mit einer auf besonders PS-starke Modelle spezialisierten Autoindustrie nicht von der Hand zu weisen. Das Bundesreisekostengesetz, an dem sich auch viele nicht öffentliche Arbeitgeber orientieren, sieht eine akzeptable Erstattung für das Auto nutzende Arbeitnehmer vor, die Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel kriegen faktisch selten etwas. Auch andere Länder haben in der Vergangenheit den Flugverkehr gefördert, aber es gibt nirgendwo in Europa so viele. Flughäfen wie in Deutschland, und zusätzlich hat Deutschland einen großen Teil der Mittel, die für den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs bestimmt sind, in die Anbindung der Flughäfen gesteckt. Nirgendwo in Europa werden Bahnfahrkarten so hoch besteuert wie in Deutschland und damit unnötig verteuert. Das alles rächt sich nun, denn während sich bei den anderen Umweltproblemen durchaus Lösungen abzeichnen, wird jetzt klar, dass der Flug- und Autoverkehr auf keinen Fall weiter wachsen darf, sondern im Gegenteil deutlich abnehmen muss. Zwei Lösungen verbieten sich: Die Energie durch Krieg oder dessen Androhung zu „sichern“, oder sie mit Atomwirtschaft zu erzeugen. Jeder kennt inzwischen die Risiken: Die Technik ist nicht beherrschbar, immer wieder werden Beinahe-GAUs gemeldet, der Müll strahlt unvorstellbar lang, und es gibt keinen Ort, wo man ihn lassen kann, und das spaltbare Material lässt sich immer auch militärisch nutzen. Fragwürdig ist es, auf Biokraftstoffe zu setzen. Großflächige Regenwälder in Indonesien sind deshalb schon gefällt worden und der Preis von Tortillas in Mexiko ist unvertretbar angestiegen. Gegen Gentechnik oder Einsatz von Pestiziden lässt sich schwer argumentieren, wenn die erzeugten Pflanzen gar nicht für den Verzehr gedacht sind. Ein sinnvoller und bewährter alternativer Kraftstoff ist das wesentlich sauberer verbrennende Gas, aber auch dessen Vorräte sind begrenzt. Und ein mit Gas betriebenes Auto verursacht ebenso Kohlendioxyd, Lärm und Unfälle, und viel Platz zum parken und fahren braucht es auch. Zwei Lösungen bieten sich an: Die erste sollte selbstverständlich sein, ist es aber leider nicht: Internationale und europäische Abkommen und Verordnungen müssen ohne wenn und aber umgesetzt werden. Paradoxerweise weigern sich jedoch zahlreiche Städte, die EU-Feinstaubverordnung umzusetzen, obwohl sie an ihrem Zustandekommen mitgewirkt haben. Ähnliches zeichnet sich ab, wenn es um die Begrenzung des Kohlendioxyd-Ausstoßes bei Kraftfahrzeugen geht. Die zweite ist fast ebenso einfach zu formulieren: Man hört auf; umweltpolitisch bedenkliche Vorgänge, vor allem im Verkehr, weiter zu fördern und lernt dabei von anderen Ländern. Das ergibt eine lange Liste, die natürlich noch längst nicht vollständig ist:
Eine ähnliche Liste lässt sich auch für die derzeit sehr verunsicherten Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aufstellen. Sie müssen ja nicht warten, bis ihr Staat das Nötige veranlasst, sondern können selbst aktiv werden.
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Hallo,
als doofe BürgerNuss, kann ich leider nur sagen = Die, die mal was kapieren sollten, denken leider immer nur+noch an die Zahlen, die angeblich beweisen, was für TOLLE Menschen Sie doch sind. Wenn dieser Mensch kapiert, dass die Geschwindigkeit des Konsums nicht in die Unendlichkeit steigerbar ist, wäre uns ALLEN viel geholfen!
Aber wer will sowas hören ?
R.K.